Risikolebensversicherung oder Unfallversicherung: Welcher Schutz passt für Familie und Einkommen?
Beide Versicherungen zahlen Geld nach einem Schicksalsschlag, aber für ganz unterschiedliche Fälle. Wer sie verwechselt, hat im Ernstfall den falschen Schutz.
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Risikolebensversicherung oder Unfallversicherung: Was ist besser?
Um Partner und Kinder für den Todesfall abzusichern, ist die Risikolebensversicherung die richtige Wahl, denn sie zahlt bei jeder Todesursache, auch bei Krebs oder Herzinfarkt. Die private Unfallversicherung leistet nur nach einem Unfall und beim Tod nur, wenn er innerhalb eines Jahres danach eintritt.
Ihre Stärke ist die Invalidität: Bleibt nach einem Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung, zahlt sie einen Prozentsatz der Summe. Beide Verträge ersetzen sich deshalb nicht, sie decken verschiedene Risiken.
Was ist der Unterschied zwischen Risikolebensversicherung und Unfallversicherung?
Die Risikolebensversicherung sichert das Leben ab, die Unfallversicherung die Folgen eines Unfalls für die Gesundheit. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Leistung, Fristen und Beitrag:
| Merkmal im Vergleich | Leistung der Risikolebensversicherung | Leistung der privaten Unfallversicherung |
|---|---|---|
| Zahlt bei | Tod durch Krankheit oder Unfall | nur Unfall oder vertraglich gleichgestelltem Ereignis |
| Hauptleistung | vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen | Invaliditätsleistung, dazu wählbar Todesfallsumme, Rente, Tagegeld |
| Frist bis zur Leistung | keine, entscheidend ist der Tod in der Laufzeit | Tod binnen eines Jahres, Invalidität binnen 15 Monaten nach dem Unfall |
| Vorerkrankungen | vor Abschluss geprüft, danach ohne Einfluss | Mitwirkung ab 25 Prozent kürzt die Leistung |
| Beitrag richtet sich nach | Alter, Gesundheit, Rauchen, Summe, Laufzeit | Beruf, Freizeitrisiken, Summe, Leistungsbausteine |
| Versicherungsteuer | keine (§ 4 Abs. 1 Nr. 5 VersStG) | 19 Prozent auf den Beitrag (§ 6 VersStG) |
Ein Unfall im Sinne von § 178 VVG ist ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis, durch das die versicherte Person unfreiwillig an der Gesundheit geschädigt wird. Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs fallen nicht darunter.
Zahlt die Unfallversicherung im Todesfall wie eine Risikolebensversicherung?
Nein. Die Unfallversicherung zahlt im Todesfall nur, wenn eine Todesfallleistung vereinbart ist, der Tod auf einen Unfall zurückgeht und innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eintritt. Die Risikolebensversicherung fragt dagegen nicht nach der Ursache.
Diese Todesfälle deckt die Risikolebensversicherung
- Krebserkrankung mit 45 Jahren
- plötzlicher Herztod beim Joggen
- tödlicher Verkehrsunfall
- Tod 18 Monate nach einem schweren Sturz
Hier zahlt die Unfallversicherung keine Todesfallleistung
- Tod durch Krankheit, gleich welcher Art
- Unfall infolge eines Schlaganfalls oder Krampfanfalls
- Unfall unter Alkohol, der die Reaktion beeinträchtigt
- Tod später als ein Jahr nach dem Unfall
Hat eine Krankheit am Unfalltod mitgewirkt, kürzen die Musterbedingungen der Unfallversicherung die Todesfallleistung um diesen Anteil, sobald er 25 Prozent erreicht.
Weil Unfälle nur einen kleinen Teil aller Todesfälle in Deutschland verursachen, rund drei von hundert, bleibt die Familie mit einer reinen Unfalldeckung meist ungeschützt. Wie die Risikolebensversicherung bei einem tödlichen Unfall leistet, zeigt der Ratgeber Unfalltod.
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Was leistet die Unfallversicherung, was die Risikolebensversicherung nicht abdeckt?
Die Unfallversicherung zahlt, wenn ein Unfall eine dauerhafte Beeinträchtigung hinterlässt, und genau dafür leistet die Risikolebensversicherung nichts. Wie viel Geld fließt, ergibt sich aus der vereinbarten Summe und dem Invaliditätsgrad nach der Gliedertaxe.
Rechenbeispiel Invaliditätsleistung der Unfallversicherung
- vereinbarte Invaliditätssumme: 100.000 Euro, ohne Progression
- Hand nach Sturz zur Hälfte funktionsunfähig: die Hälfte von 55 Prozent = 27,5 Prozent
- Vorerkrankung hat nicht mitgewirkt, keine Kürzung
= 27.500 Euro Einmalzahlung; die Risikolebensversicherung zahlt in diesem Fall nichts
Die Prozentsätze sind die Standardwerte der Musterbedingungen für die Unfallversicherung; einzelne Tarife vereinbaren abweichende, teils höhere Werte. Stirbt die versicherte Person innerhalb eines Jahres an den Unfallfolgen, entfällt die Invaliditätsleistung, und es gilt nur die Todesfallsumme.
Was kosten Risikolebensversicherung und Unfallversicherung im Vergleich?
Eine Risikolebensversicherung mit 200.000 Euro für jeden Todesfall kostet gesunde 40-jährige Nichtraucher im Büro einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat, ohne Versicherungsteuer:
| Tarif | Beispielfall | Zahlbeitrag mtl. | Bruttobeitrag mtl. |
|---|---|---|---|
| Europa Risikolebensversicherung Basis (Tarif E-RL) | 40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 200.000 €, 20 Jahre | 13,01 € | 29,57 € |
| WGV Risiko-Lebensversicherung BASIS-Tarif | 40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 200.000 €, 20 Jahre | 13,68 € | 30,39 € |
| SIGNAL IDUNA SI RisikofreiLeben | 40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 200.000 €, 20 Jahre | 14,64 € | 20,91 € |
| VGH Risikolebensversicherung Familie | 40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 200.000 €, 20 Jahre | 16,82 € | 26,70 € |
Die Unfallversicherung kalkuliert nicht nach Alter und Gesundheit, sondern vor allem nach Beruf und vereinbarten Leistungen. Auf ihren Beitrag kommen 19 Prozent Versicherungsteuer hinzu, bei der Risikolebensversicherung fällt keine an.
Versicherungsteuer auf einen Unfallbeitrag, Budgetbeispiel
- Beitrag ohne Steuer: 10,00 Euro im Monat
- Versicherungsteuer 19 Prozent: 1,90 Euro
= 11,90 Euro im Monat; derselbe Nettobetrag kostet in der Risikolebensversicherung 10,00 Euro
Den Beitrag für Ihren Todesfallschutz berechnen Sie im Risikolebensversicherung Rechner; weitere Beitragsbeispiele stehen unter Kosten der Risikolebensversicherung.
Risikolebensversicherung, Unfallversicherung oder beides: Was braucht die Familie?
Für die meisten Familien steht die Risikolebensversicherung an erster Stelle, weil der Tod eines Verdieners durch Krankheit weit wahrscheinlicher ist als durch einen Unfall. Die Unfallversicherung ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
Hinterbliebene finanziell absichern
Risikolebensversicherung mit einer Summe, die Einkommen und Kredite deckt, bei jeder Todesursache.
Einkommen bei Krankheit oder Unfall sichern
Berufsunfähigkeitsversicherung, denn mehr als 90 Prozent der Berufsunfähigkeiten gehen auf Krankheiten zurück.
Umbau und Hilfe nach schwerem Unfall
Unfallversicherung mit hoher Invaliditätssumme, etwa für Hausumbau, Hilfsmittel oder Kinder ohne Berufsschutz.
Soll ein tödlicher Unfall zusätzlich mehr Geld auslösen, ist ein Unfall-Zusatz in der Risikolebensversicherung oft einfacher als eine hohe Todesfallsumme in der Unfallversicherung. Wie Risikoleben und Berufsunfähigkeit zusammenpassen, erklärt der Ratgeber Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitsversicherung.
Fragen zu Risikolebensversicherung und Unfallversicherung
Brauche ich eine Unfallversicherung, wenn ich eine Risikolebensversicherung habe?
Für den Todesfall nicht, denn die Risikolebensversicherung zahlt auch nach einem tödlichen Unfall die volle Summe. Eine Unfallversicherung lohnt sich zusätzlich, wenn Sie die finanziellen Folgen einer dauerhaften Behinderung nach einem Unfall absichern möchten.
Zahlt die Unfallversicherung bei Tod durch Herzinfarkt?
Nein. Ein Herzinfarkt ist eine Erkrankung und kein Unfall, die Unfallversicherung zahlt deshalb nichts. Für diesen Fall ist eine Risikolebensversicherung nötig, die unabhängig von der Todesursache an die Hinterbliebenen leistet.
Ist eine Unfallversicherung günstiger als eine Risikolebensversicherung?
Nicht unbedingt. Die Unfallversicherung kostet zusätzlich 19 Prozent Versicherungsteuer, die Risikolebensversicherung ist steuerfrei. Für 200.000 Euro Todesfallschutz bei jeder Ursache zahlen gesunde Nichtraucher mit Bürotätigkeit in der Risikolebensversicherung oft nur einen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Monatsbeitrag.
Gibt es eine Risikolebensversicherung mit Unfallversicherung?
Viele Risikolebensversicherungen bieten einen Unfall-Zusatz, der bei Unfalltod die Summe verdoppelt oder einen festen Betrag ergänzt. Eine Invaliditätsleistung nach Unfall enthält er nicht; dafür bleibt eine eigene Unfallversicherung nötig.
Zahlen Risikolebensversicherung und Unfallversicherung bei einem tödlichen Unfall beide?
Ja. Risikolebensversicherung und Unfallversicherung sind Summenversicherungen und leisten unabhängig voneinander. Stirbt die versicherte Person binnen eines Jahres an den Unfallfolgen, zahlt die Risikolebensversicherung ihre volle Summe und die Unfallversicherung zusätzlich die vereinbarte Todesfallsumme, ohne Anrechnung aufeinander.
Wer bekommt das Geld aus Risikolebensversicherung und Unfallversicherung im Todesfall?
Aus beiden Verträgen erhält das Geld die eingetragene bezugsberechtigte Person, sonst gehört die Leistung zum Nachlass. In der Risikolebensversicherung legen Sie das Bezugsrecht selbst fest, in der Unfallversicherung sollten Sie es ebenfalls ausdrücklich bestimmen lassen.
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