Risikolebensversicherung trotz Depression: psychische Erkrankung und Psychotherapie richtig angeben
Eine Depression oder eine Psychotherapie ist kein Grund, auf den Schutz der Familie zu verzichten. Viele Versicherer nehmen Antragsteller nach einer überstandenen Episode an. Entscheidend sind vollständige Angaben und der richtige Versicherer.
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Bekommen Sie eine Risikolebensversicherung trotz Depression?
Oft ja. Nach einer leichten oder mittelgradigen Depression, die behandelt wurde und seit einiger Zeit abgeklungen ist, nehmen viele Versicherer den Antrag auf eine Risikolebensversicherung an, manchmal mit einem Zuschlag. Bei einer schweren oder noch andauernden Erkrankung stellen sie den Antrag eher zurück.
Anzugeben ist jede psychische Behandlung im abgefragten Zeitraum, auch eine Psychotherapie ohne Medikamente. Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt vorab, welcher Versicherer Ihre Vorgeschichte am besten bewertet.
Wie fragt die Risikolebensversicherung nach Depression und psychischer Erkrankung?
Die Fragen nach der Psyche sind meist weit gefasst. Die Hannoversche etwa fragt, ob Sie in den letzten fünf Jahren wegen der Psyche untersucht, beraten oder behandelt wurden, ausdrücklich auch von Psychotherapeuten und Psychologen.
- Depression
- Angststörung
- Burnout-Syndrom
- Erschöpfung und Überlastung
- Schlafstörung
- Essstörung
- psychosomatische Störung
| Frage zur Psyche im Antrag | Zeitraum |
|---|---|
| Untersuchung, Beratung oder Behandlung der Psyche | 5 Jahre, bei manchen Versicherern 10 Jahre |
| Medikamente länger als zwei Wochen, etwa Antidepressiva | 5 Jahre |
| Klinikaufenthalt oder Reha wegen der Psyche | 10 Jahre |
| aktuelle Erschöpfung, Angstzustände, weniger Belastbarkeit | 3 Monate |
Wie die übrigen Gesundheitsfragen aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung.
Was entscheidet über die Risikolebensversicherung trotz Depression?
Für den Versicherer zählt nicht das Wort Depression, sondern der Verlauf. Er bewertet, wie schwer die Erkrankung war, wie sie behandelt wurde und wie stabil es Ihnen heute geht.
Schweregrad der depressiven Episode
Leichte und mittelgradige Depressionen gelten bei vielen Versicherern als versicherbar, eine schwere Episode führt häufiger zur Zurückstellung.
Einmalige oder wiederkehrende Depression
Eine einzelne, abgeschlossene Episode wiegt weniger als mehrere Rückfälle in kurzer Zeit.
Ambulante oder stationäre Behandlung
Eine ambulante Psychotherapie bewerten Versicherer milder als einen Klinikaufenthalt oder längere Arbeitsunfähigkeit.
Zeit seit dem Ende der Behandlung
Je länger Sie ohne Beschwerden und ohne Medikamente sind, desto besser stehen die Chancen auf normale Bedingungen.
Weil Versicherer diese Punkte unterschiedlich gewichten, kann derselbe Verlauf bei einer Gesellschaft zu einem Zuschlag führen und bei einer anderen zu normalen Bedingungen.
Risikolebensversicherung trotz Depression vertraulich anfragen
Nennen Sie uns Summe und Laufzeit. Wir besprechen Ihre Vorgeschichte vertraulich, stellen eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern und schicken Ihnen das beste Angebot.
Muss ich eine Psychotherapie bei der Risikolebensversicherung angeben?
Ja, wenn sie in den abgefragten Zeitraum fällt. Gefragt wird nach Beratung und Behandlung, nicht nur nach einer festen Diagnose. Auch wenige Gespräche bei einer Psychologin oder eine Therapie wegen Prüfungsangst gehören deshalb in die Antwort.
Ärzte und Therapeuten rechnen mit der Krankenkasse über Diagnoseschlüssel ab. Dort kann eine depressive Episode stehen, auch wenn im Gespräch nur von Stress die Rede war. Fordern Sie die gespeicherten Diagnosen vor dem Antrag bei Ihrer Krankenkasse an, nach Art. 15 DSGVO ist das kostenlos.
Verschwiegene Psychotherapie gefährdet die Auszahlung: Fehlt eine Behandlung im Antrag, kann der Versicherer zurücktreten oder anpassen, bei Vorsatz noch zehn Jahre lang. Für Ihre Familie wäre das im Ernstfall der Verlust der gesamten Summe.
Beispiel: Risikolebensversicherung nach abgeschlossener Psychotherapie
Wie viel die unterschiedlichen Zeiträume ausmachen, zeigt ein Rechenbeispiel für einen Antrag im Oktober 2026.
Psychotherapie von Januar 2021 bis Juni 2022, Antrag im Oktober 2026
- Versicherer mit fünf Jahren Rückblick: Der Zeitraum reicht bis Oktober 2021 zurück, die Therapie fällt hinein.
- Versicherer mit zehn Jahren Rückblick auf die Psyche: Die Therapie ist ebenfalls anzugeben.
- Versicherer mit drei Jahren Rückblick: Der Zeitraum beginnt im Oktober 2023, die Therapie liegt davor.
= Dieselbe Vorgeschichte ist bei zwei Versicherern anzugeben und bei einem dritten nicht gefragt.
Darin liegt kein Trick, sondern der Unterschied zwischen den Fragebögen. Wir suchen den Tarif, dessen Fragen und Annahmeregeln zu Ihrer Vorgeschichte passen, und Sie beantworten dessen Fragen vollständig.
Diese Unterlagen helfen bei der Risikovoranfrage mit Depression
Eine anonyme Risikovoranfrage ist mit psychischer Vorgeschichte fast immer der richtige erste Schritt. Je genauer die Angaben, desto konkreter das Votum.
- Diagnose und Zeitraum der Erkrankung
- Art und Dauer der Behandlung, ambulant oder stationär
- Medikamente mit Beginn und Absetzdatum
- Zeiten der Arbeitsunfähigkeit
- eine kurze Bestätigung der Therapeutin über den Abschluss der Behandlung
- wie es Ihnen heute im Alltag und im Beruf geht
Wie die Voranfrage Schritt für Schritt abläuft, steht im Ratgeber Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankung.
Hilfe, wenn es Ihnen gerade nicht gut geht: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 erreichbar. Die Versicherung kann warten, bis Sie wieder Kraft dafür haben.
Fragen zur Risikolebensversicherung bei Depression und Psychotherapie
Welche Gesundheitsfragen zur Psyche stellt die Risikolebensversicherung?
Die Gesundheitsfragen zur Psyche in der Risikolebensversicherung erfassen in der Regel vier Punkte: ambulante Beratung oder Therapie bei Ärzten, Psychotherapeuten und Psychologen, Psychopharmaka über mehr als zwei Wochen, stationäre Aufenthalte wegen seelischer Leiden und aktuelle Beschwerden wie Angst oder Erschöpfung. Jede Frage hat ihren eigenen Zeitraum.
Wird die Risikolebensversicherung nach einer Depression teurer?
Nicht unbedingt. Liegt eine leichte Episode länger zurück und ist ausgeheilt, bieten manche Versicherer die Risikolebensversicherung zu normalen Bedingungen an. Nach mittelgradigen oder wiederholten Episoden ist ein Risikozuschlag häufiger. Welcher Versicherer am günstigsten bewertet, zeigt eine anonyme Voranfrage bei mehreren Gesellschaften.
Wie lange muss eine Depression für die Risikolebensversicherung zurückliegen?
Das hängt vom Fragebogen ab. Manche Versicherer fragen psychische Behandlungen für die Risikolebensversicherung drei Jahre zurück ab, viele fünf und einige zehn Jahre. Liegt die Depression vollständig außerhalb aller Zeiträume, müssen Sie sie nicht angeben.
Wann bekommt man eine Risikolebensversicherung nach einer Depression am leichtesten?
Am leichtesten wird eine Risikolebensversicherung nach einer Depression, wenn die Behandlung abgeschlossen ist, Sie ohne Medikamente stabil arbeiten und seitdem kein Rückfall kam. Je mehr beschwerdefreie Monate vergangen sind, desto eher nehmen Versicherer zu normalen Bedingungen an. Ein kurzer Abschlussbericht der Therapeutin stärkt die Voranfrage.
Bekomme ich mit einer Zwangsstörung eine Risikolebensversicherung?
Eine Zwangsstörung schließt eine Risikolebensversicherung nicht aus. Sie zählt zu den psychischen Erkrankungen, nach denen der Antrag fragt, und wird wie eine Depression nach Schweregrad, Behandlung und Stabilität bewertet. Eine abgeschlossene Verhaltenstherapie ohne Arbeitsausfälle wiegt weniger als eine laufende Behandlung mit Begleiterkrankungen.
Zählt ein Burnout bei der Risikolebensversicherung als psychische Erkrankung?
Ja. Viele Gesundheitsfragen zur Risikolebensversicherung nennen Burnout, Erschöpfung und Überlastungszustände ausdrücklich unter der Psyche. Wurden Sie deswegen im abgefragten Zeitraum beraten, behandelt oder krankgeschrieben, gehört das in den Antrag.
Was passiert, wenn ich eine Psychotherapie bei der Risikolebensversicherung verschweige?
Dann verletzen Sie die Anzeigepflicht. Der Versicherer kann von der Risikolebensversicherung zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen. Nach fünf Jahren erlöschen diese Rechte, bei Vorsatz erst nach zehn Jahren, und bei Arglist zahlt er im Todesfall nichts.
Kann ich trotz Antidepressiva eine Risikolebensversicherung abschließen?
Das ist möglich, aber schwieriger als nach dem Absetzen. Die Risikolebensversicherung fragt nach Medikamenten, die länger als zwei Wochen eingenommen wurden. Bei laufender Behandlung achten Versicherer besonders auf Stabilität, Dosis und Arbeitsfähigkeit, oft hilft eine Voranfrage mit Bericht der Ärztin.
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