Risikolebensversicherung nach Herzinfarkt und Schlaganfall: Annahme, Befunde und Fristen
Ein überstandener Herzinfarkt oder Schlaganfall schließt eine Risikolebensversicherung nicht automatisch aus. Wie ein Versicherer entscheidet, hängt von den Folgen für Herz und Gehirn und vom Verlauf seit dem Ereignis ab.
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Ist eine Risikolebensversicherung nach Herzinfarkt oder Schlaganfall möglich?
Oft ja, aber nicht sofort. In den ersten Monaten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall stellen die meisten Versicherer den Antrag auf eine Risikolebensversicherung zurück.
Ist der Zustand danach stabil, die Pumpfunktion des Herzens gut und sind Risikofaktoren wie Blutdruck und Rauchen im Griff, ist eine Annahme häufig möglich, meist mit Risikozuschlag.
Wer schon versichert ist, behält seinen Schutz: Ein Infarkt während der Laufzeit ändert an einer bestehenden Risikolebensversicherung nichts.
Wie Versicherer über eine Risikolebensversicherung nach Herzinfarkt entscheiden
Für die Risikolebensversicherung zählt nicht der Infarkt selbst, sondern was er hinterlassen hat. Der Versicherer will einschätzen, wie hoch das Risiko eines weiteren Ereignisses während der Laufzeit ist.
Viele Menschen kehren nach dem Infarkt in Familie und Beruf zurück und wollen ihre Angehörigen danach absichern. Für die Entscheidung über den Antrag prüft der Versicherer diese Angaben:
| Angabe nach dem Herzinfarkt | Warum sie für die Risikolebensversicherung zählt |
|---|---|
| Zeit seit dem Infarkt | Das Risiko eines erneuten Ereignisses ist in der ersten Zeit am höchsten. |
| Pumpfunktion im Herzecho | Eine gut erhaltene Auswurfleistung spricht für einen kleinen Schaden am Herzmuskel. |
| betroffene Herzkranzgefäße | Ein einzelnes Gefäß mit Stent wiegt weniger als mehrere Engstellen oder ein Bypass an mehreren Gefäßen. |
| Belastungs-EKG | Ein Test ohne Beschwerden und ohne Auffälligkeiten zeigt die Belastbarkeit. |
| Risikofaktoren | Rauchen, hoher Blutdruck, Cholesterin, Diabetes und Übergewicht erhöhen das Risiko eines weiteren Infarkts. |
Wer nach dem Infarkt mit dem Rauchen aufgehört, eine Reha abgeschlossen und seine Werte eingestellt hat, verbessert damit auch seine Aussichten beim Versicherer. Wie stark das Rauchen den Beitrag bestimmt, zeigt der Ratgeber Risikolebensversicherung für Raucher.
Risikolebensversicherung nach Schlaganfall: worauf der Versicherer achtet
Nach einem Schlaganfall prüft der Versicherer der Risikolebensversicherung vor allem Ursache und Folgen. In Deutschland erleiden rund 270.000 Menschen im Jahr einen Schlaganfall, etwa 1,8 Millionen leben mit seinen Folgen.
Ursache des Schlaganfalls
Ein Gefäßverschluss mit geklärter und behandelter Ursache wird anders bewertet als eine Hirnblutung oder ein Schlaganfall ohne erkennbaren Auslöser.
Bleibende Folgen nach dem Schlaganfall
Lähmungen, Sprachstörungen oder ein Grad der Behinderung fließen in die Entscheidung ein, ebenso die Selbstständigkeit im Alltag.
Wiederholte Ereignisse
Ein einzelner Schlaganfall mit guter Erholung hat deutlich bessere Chancen als mehrere Ereignisse.
Vorhofflimmern und Gerinnung
Ist Vorhofflimmern die Ursache, zählt, ob die Blutverdünnung zuverlässig eingestellt ist.
Auch eine TIA, also eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns mit rasch abklingenden Ausfällen, gehört in den Antrag. Sie fällt unter die Fragen nach Erkrankungen des Kreislaufs oder des Nervensystems.
Risikolebensversicherung nach Herzinfarkt oder Schlaganfall anfragen
Nennen Sie uns Summe und Laufzeit. Den Verlauf seit dem Herzinfarkt oder Schlaganfall besprechen wir danach mit Ihnen und fragen anonym bei mehreren Versicherern an.
Welche Gesundheitsfragen der Risikolebensversicherung Herzinfarkt und Schlaganfall erfassen
Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall taucht im Antrag zur Risikolebensversicherung meist an mehreren Stellen auf. Die Continentale fragt Herz- und Kreislauferkrankungen fünf Jahre zurück ab und nennt Herzinfarkt und Schlaganfall ausdrücklich. Die Hannoversche will Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte aus zehn Jahren wissen.
Rechenbeispiel: Antrag zwölf Jahre nach einem Herzinfarkt mit Stent
- Herzinfarkt mit Stent und Reha im Frühjahr 2014, Antrag im Oktober 2026
- Die Fragen nach Krankenhaus und Reha in zehn Jahren erfassen den Infarkt nicht mehr.
- Täglich eingenommene Mittel wie ein Cholesterinsenker fallen unter die Frage nach Medikamenten in den letzten fünf Jahren.
- Die jährliche Kontrolle beim Kardiologen fällt unter die Frage nach Untersuchungen und Behandlungen.
= Der Infarkt kommt über Medikamente und Kontrollen zur Sprache. Nach zwölf stabilen Jahren sind die Aussichten aber deutlich besser als kurz danach.
Kurzanträge mit vereinfachten Fragen scheiden nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall meist aus. Der Easy-Antrag der Hannoverschen etwa fragt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle der letzten zwei Jahre ab, dazu jedes verschreibungspflichtige Medikament, das länger als zwei Wochen genommen wurde.
Diese Befunde stützen den Antrag auf Risikolebensversicherung nach Infarkt oder Schlaganfall
Ein Versicherer kann nur so gut entscheiden, wie Ihre Unterlagen es zulassen. Für die anonyme Voranfrage sammeln wir mit Ihnen:
- Entlassbrief der Klinik mit Diagnose und Behandlung
- Abschlussbericht der Reha
- aktuelles Herzecho mit Angabe der Pumpfunktion
- Belastungs-EKG oder Langzeit-EKG aus den letzten zwölf Monaten
- nach einem Schlaganfall den neurologischen Befund und die Bildgebung des Kopfes
- Medikamentenplan sowie aktuelle Blutdruck- und Cholesterinwerte
Lehnen alle angefragten Versicherer ab, bleibt für kleinere Summen die Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen, allerdings mit Wartezeit. Den Unterschied erklärt der Ratgeber Risikolebensversicherung oder Sterbegeldversicherung.
Herzinfarkt während der Laufzeit: So bleibt Ihre Risikolebensversicherung bestehen
Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall nach Vertragsschluss hat auf eine bestehende Risikolebensversicherung keinen Einfluss. Gesundheitliche Veränderungen gelten in der Lebensversicherung nur dann als meldepflichtige Gefahrerhöhung, wenn das ausdrücklich in Textform vereinbart ist.
Einige Tarife zahlen bei Herzinfarkt oder Schlaganfall sogar sofort einen Teilbetrag, etwa die InterRisk Risikolebensversicherung XXL plus mit 10 Prozent der aktuellen Summe. Der Todesfallschutz läuft danach ungekürzt weiter.
Alten Vertrag nach dem Herzinfarkt behalten: Brauchen Sie mehr Schutz, nutzen Sie lieber die Nachversicherungsgarantie des bestehenden Vertrags. Ein neuer Antrag würde den Infarkt in die Gesundheitsprüfung bringen.
Fragen zur Risikolebensversicherung nach Herzinfarkt und Schlaganfall
Wie lange nach einem Herzinfarkt kann ich eine Risikolebensversicherung abschließen?
Eine feste Frist gibt es nicht. In den ersten Monaten nach dem Herzinfarkt stellen Versicherer die Risikolebensversicherung meist zurück. Liegen Reha-Bericht, ein gutes Herzecho und stabile Kontrollen vor, lohnt sich eine anonyme Voranfrage.
Muss ich einen Stent bei der Risikolebensversicherung angeben?
Ja, wenn der Eingriff oder die Nachkontrollen in die abgefragten Zeiträume fallen. Ein Stent gehört zur Behandlung einer Herzerkrankung, und die Risikolebensversicherung fragt nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krankenhausaufenthalten und Operationen.
Zählt eine TIA bei der Risikolebensversicherung wie ein Schlaganfall?
Eine TIA ist anzugeben, wenn die Risikolebensversicherung nach Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen des Nervensystems fragt. Weil keine bleibenden Schäden entstehen, bewerten Versicherer sie meist milder als einen vollendeten Schlaganfall, prüfen aber die Ursache.
Zahlt meine Risikolebensversicherung, wenn ich nach Vertragsschluss einen Herzinfarkt bekomme?
Ja. Ein Herzinfarkt nach Abschluss der Risikolebensversicherung ist mitversichert und muss nicht gemeldet werden. Stirbt die versicherte Person, zahlt der Versicherer die volle Summe, manche Tarife leisten schon bei der Diagnose einen Teilbetrag.
Was tun, wenn die Risikolebensversicherung nach einem Schlaganfall abgelehnt wird?
Fragen Sie nach, ob der Versicherer den Antrag nur zurückstellt und wann er neu prüft. Andere Gesellschaften bewerten einen Schlaganfall oft anders. Für kleinere Summen bleibt eine Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen als Ergänzung zur fehlenden Risikolebensversicherung.
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