Risikolebensversicherung trotz Krebs: Was nach der Therapie möglich ist
Nach einer Krebserkrankung ist eine Risikolebensversicherung oft wieder erreichbar. Entscheidend sind die Krebsart, das Stadium bei der Diagnose und die Zeit seit dem Ende der Behandlung.
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Bekommen Sie nach Krebs eine Risikolebensversicherung?
Häufig ja, sobald die Behandlung abgeschlossen ist und die Nachsorge ohne Befund verläuft. Während einer laufenden Krebstherapie stellen Versicherer den Antrag auf eine Risikolebensversicherung in aller Regel zurück.
Danach entscheidet die Zeit ohne Rückfall: Bei gut heilbaren Tumoren genügen manchmal vier Jahre, bei fortgeschrittenen Erkrankungen sind es zehn Jahre und mehr.
Mit einer anonymen Risikovoranfrage erfahren Sie vor dem Antrag, welcher Versicherer Sie nach Ihrer Krebserkrankung annimmt.
Risikolebensversicherung mit Krebs in Behandlung oder kurz nach der Diagnose
Solange ein Tumor behandelt wird oder die Abklärung eines Verdachts läuft, nimmt kaum ein Versicherer einen Antrag auf Risikolebensversicherung an. Der Verlauf ist dann noch offen. Die übliche Antwort lautet Zurückstellung: Der Versicherer nennt einen Zeitpunkt, zu dem er neu prüft.
| Phase der Krebserkrankung | Typische Entscheidung über die Risikolebensversicherung |
|---|---|
| Verdacht, Diagnostik läuft | Zurückstellung bis zum Befund |
| Operation, Chemo- oder Strahlentherapie | Zurückstellung, bei schlechter Prognose Ablehnung |
| erste Jahre nach Therapieende | Einzelprüfung, oft Zuschlag oder erneute Zurückstellung |
| viele Jahre ohne Rückfall | Annahme, je nach Krebsart auch zu normalen Bedingungen |
| außerhalb aller abgefragten Zeiträume | keine Angabe nötig, Prüfung wie bei Gesunden |
Eine Antihormontherapie, die oft fünf Jahre und länger dauert, fällt zusätzlich unter die Frage nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten. Klären Sie deshalb vor dem Antrag, ob der Versicherer das Ende der Tabletteneinnahme oder das Ende von Operation und Bestrahlung als Startpunkt nimmt.
Wie viele Jahre nach Krebs ist eine Risikolebensversicherung möglich?
Eine feste Wartezeit für alle Krebsarten gibt es bei der Risikolebensversicherung nicht. Die Annahmerichtlinien, mit denen Versicherer arbeiten, unterscheiden nach Tumorart, Stadium und Behandlungserfolg.
Die Zahlen zeigen, wie viele Betroffene die Frage nach einer Absicherung haben. Rund 517.800 Krebserkrankungen wurden 2023 in Deutschland neu festgestellt. Fünf Jahre nach der Diagnose leben, bereinigt um die allgemeine Sterblichkeit, noch 65 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer.
Je früher ein Tumor erkannt wurde, je kleiner er war und je weniger er gestreut hatte, desto kürzer ist der Weg zum Vertrag. Ein Rückfall setzt die Zählung in aller Regel neu in Gang.
Risikolebensversicherung nach Krebs anfragen
Nennen Sie uns Summe und Laufzeit. Wir besprechen danach Krebsart, Behandlung und Nachsorge mit Ihnen und klären anonym bei mehreren Versicherern, wer Sie annimmt.
Wie weit fragt die Risikolebensversicherung nach Krebs zurück?
Die Gesundheitsfragen zur Risikolebensversicherung erfassen Krebs meist über mehrere Fragen mit unterschiedlichen Zeiträumen. Die Continentale fragt Tumorerkrankungen zehn Jahre zurück ab. Die Hannoversche will Tumoren und Nachsorgetermine aus fünf Jahren wissen und Operation, Chemo- oder Strahlentherapie aus zehn Jahren.
Rechenbeispiel: Gesundheitsfragen nach Darmkrebs im Jahr 2015
- Operation und Chemotherapie endeten im März 2015, der Antrag folgt im Oktober 2026.
- Die Frage nach Chemotherapie in zehn Jahren reicht bis Oktober 2016 zurück: Antwort Nein.
- Die letzte Darmspiegelung zur Nachsorge war im Mai 2024: Die Frage nach Kontrolluntersuchungen in fünf Jahren ist mit Ja zu beantworten.
= Die Krebserkrankung kommt über die Nachsorge zur Sprache, nach mehr als elf Jahren ohne Rückfall aber mit guten Aussichten.
Kurzanträge mit vereinfachten Gesundheitsfragen schauen oft nur zwei Jahre zurück, fragen aber nach Krebsdiagnosen. Liegt Ihre Behandlung länger zurück und gab es seither keine Befunde, kann ein solcher Antrag passen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber vereinfachte Gesundheitsfragen.
Gentest nach familiärem Brustkrebs: Wer einen Gentest etwa auf BRCA-Mutationen gemacht hat, ohne erkrankt zu sein, muss das Ergebnis bei einer Risikolebensversicherung bis 300.000 Euro nicht vorlegen. Eine eigene Krebserkrankung ist dagegen anzugeben, wenn danach gefragt wird.
Mit diesen Befunden steigen die Chancen auf eine Risikolebensversicherung nach Krebs
Je genauer der Versicherer Ihre Krebserkrankung beurteilen kann, desto weniger muss er vorsichtig schätzen. Ein Votum ohne Unterlagen fällt fast immer ungünstiger aus.
- Pathologiebefund oder Arztbrief mit Tumorart und TNM-Stadium
- Entlassbrief der Klinik mit Datum und Art der Operation
- Abschlussbericht der Chemo- oder Strahlentherapie
- Berichte der letzten zwei Nachsorgetermine, bei Bedarf mit Tumormarkern
- kurze Bestätigung des Onkologen, dass kein Hinweis auf einen Rückfall besteht
Mit diesen Unterlagen stellen wir die anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern. Weil jede Gesellschaft eigene Richtlinien hat, unterscheiden sich die Antworten nach Krebs oft deutlich. Den Ablauf der Voranfrage beschreibt der Ratgeber Risikolebensversicherung trotz Vorerkrankung.
Krebsdiagnose während der Laufzeit: Was für Ihre bestehende Risikolebensversicherung gilt
Erkranken Sie erst nach dem Abschluss an Krebs, bleibt Ihre Risikolebensversicherung unverändert bestehen. Die Anzeigepflicht nach § 19 VVG endet mit der Antragsannahme, eine neue Krankheit müssen Sie nicht melden, und der Beitrag bleibt gleich.
Manche Tarife helfen schon zu Lebzeiten: Die Hannoversche Risikolebensversicherung Exklusiv zahlt bei einer Krebsdiagnose 10 Prozent der Summe extra. Viele Verträge leisten die volle Summe vorab, wenn die Lebenserwartung unter zwölf Monaten liegt. Einzelheiten stehen unter Auszahlung zu Lebzeiten.
Vertrag nach der Krebsdiagnose nicht kündigen: Ein gekündigter Vertrag lässt sich nach Krebs kaum ersetzen. Prüfen Sie stattdessen, ob Sie Beiträge stunden oder die Nachversicherungsgarantie bei Heirat oder Geburt ohne neue Gesundheitsprüfung nutzen können.
Gibt es ein Recht auf Vergessenwerden nach Krebs bei der Risikolebensversicherung?
Für die Risikolebensversicherung gibt es in Deutschland bisher kein Recht auf Vergessenwerden nach Krebs, Stand Oktober 2026. Sie beantworten die Gesundheitsfragen also weiterhin für die abgefragten Zeiträume.
Eine EU-Richtlinie verlangt eine solche Regel für Versicherungen zu bestimmten Verbraucherkrediten, längstens 15 Jahre nach Therapieende. Der deutsche Gesetzentwurf dazu ist noch nicht verabschiedet, eine Länderinitiative im Bundesrat fordert eine weiter reichende Lösung. Für die Absicherung der Familie gilt bis auf Weiteres das normale Antragsverfahren.
Fragen zur Risikolebensversicherung nach Krebs
Kann ich eine Risikolebensversicherung abschließen, während ich wegen Krebs behandelt werde?
Während einer laufenden Krebsbehandlung stellen Versicherer den Antrag auf eine Risikolebensversicherung fast immer zurück. Sinnvoll ist der Antrag erst nach dem Therapieende, wenn erste Nachsorgetermine ohne Befund vorliegen.
Wie lange muss ich nach Krebs auf eine Risikolebensversicherung warten?
Das hängt von Krebsart und Stadium ab. Bei Hodenkrebs im Stadium I kann eine Risikolebensversicherung vier Jahre nach Therapieende zu normalen Bedingungen möglich sein, bei Lungenkrebs im Stadium III frühestens nach zehn Jahren ohne Rückfall. Eine Voranfrage zeigt, wo Sie heute stehen.
Muss ich eine Krebserkrankung angeben, die mehr als zehn Jahre zurückliegt?
Nur wenn eine Frage im Antrag zur Risikolebensversicherung sie noch erfasst, etwa weil Nachsorgetermine in die letzten fünf Jahre fallen oder der Antrag zeitlich unbegrenzt fragt. Lesen Sie jede Frage mit ihrem Zeitraum genau.
Zahlt die Risikolebensversicherung, wenn ich an Krebs sterbe?
Ja. Ist die Risikolebensversicherung vor der Diagnose abgeschlossen worden oder hat der Versicherer eine frühere Krebserkrankung angenommen, zahlt er die volle Summe auch beim Tod durch Krebs. Voraussetzung sind vollständige Angaben im Antrag.
Erfährt der Versicherer bei der Voranfrage nach Krebs meinen Namen?
Nein. Bei einer anonymen Risikovoranfrage zur Risikolebensversicherung bekommt der Versicherer Ihre Befunde ohne Namen und Anschrift. Erst wenn Sie sich für ein Angebot entscheiden, stellen wir den Antrag unter Ihrem Namen.
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