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Risikolebensversicherung für Unternehmen: Keyperson, Geschäftsführer und arbeitgeberfinanzierter Schutz mit Lohnsteuer

Unternehmen schließen Risikolebensversicherungen aus zwei Gründen ab: um den Ausfall einer Schlüsselperson aufzufangen oder um Mitarbeitern und Geschäftsführern eine Versorgung für die Familie zu bieten. Wer im Vertrag welche Rolle hat, entscheidet über die Lohnsteuer.

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Wie funktioniert eine Risikolebensversicherung für Unternehmen?

Eine Risikolebensversicherung für Unternehmen schützt entweder die Firma oder die Familie eines Mitarbeiters. Beim Keyperson-Vertrag ist das Unternehmen Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter und erhält die Summe, wenn ein Geschäftsführer oder eine Schlüsselkraft stirbt; für den Mitarbeiter ist das kein Arbeitslohn.

Zahlt der Arbeitgeber dagegen eine Risikolebensversicherung, deren Leistung an die Angehörigen des Mitarbeiters geht, gelten die Beiträge als Arbeitslohn. Sie sind lohnsteuerpflichtig und in der Regel beitragspflichtig in der Sozialversicherung, für die Firma aber als Personalaufwand abziehbar.

Welche Formen der Risikolebensversicherung gibt es für Unternehmen?

Bei der Risikolebensversicherung im Unternehmen entscheidet die Rollenverteilung, wem das Geld zusteht und wie das Finanzamt den Beitrag behandelt. Vier Gestaltungen kommen in der Praxis vor:

Gestaltung der Firmen-RisikolebensversicherungVersicherungsnehmer und BezugsrechtLohnsteuer beim Mitarbeiter
Keyperson-Absicherung einer SchlüsselkraftFirma, Firmakeine, der Beitrag ist kein Arbeitslohn
Arbeitgeberfinanzierter Vertrag für die Familie des MitarbeitersFirma, Angehörige des MitarbeitersBeitrag ist Arbeitslohn
Zuschuss zum eigenen Vertrag des MitarbeitersMitarbeiter, frei wählbarZuschuss ist Arbeitslohn
Risikoversicherung als Direktversicherung der betrieblichen AltersversorgungFirma, nur Hinterbliebene im engen Sinneigene Regeln der Altersversorgung
Grundregeln nach § 19 Einkommensteuergesetz und § 2 Lohnsteuer-Durchführungsverordnung; die Einordnung Ihres Falls klärt der Steuerberater.

Als Hinterbliebene der betrieblichen Altersversorgung gelten nur Ehe- und Lebenspartner, frühere Ehegatten und Kinder, für die Kindergeld in Betracht kommt. Wie Beiträge und Auszahlung beim Unternehmen selbst wirken, erklärt der Ratgeber Risikolebensversicherung als Betriebsausgabe.

Arbeitgeberfinanzierte Risikolebensversicherung: Wann fällt Lohnsteuer an?

Eine arbeitgeberfinanzierte Risikolebensversicherung für die Familie des Mitarbeiters ist steuerlich Arbeitslohn. § 2 Abs. 2 Nr. 3 der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung zählt dazu alle Ausgaben, mit denen der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer oder ihm nahestehende Personen für den Fall des Todes absichert.

Die Beiträge laufen deshalb wie Gehalt über die Lohnabrechnung, und es fallen in der Regel Sozialversicherungsbeiträge an. Bei einem Gruppenvertrag für mehrere Beschäftigte wird der Beitrag auf die Köpfe verteilt, wenn er sich nicht einzeln ermitteln lässt.

Lohnsteuer auf die arbeitgeberfinanzierte Risikolebensversicherung eines Teamleiters

  1. Beitrag, den die Firma zahlt: angenommen 30 Euro im Monat, also 360 Euro im Jahr
  2. zusätzlicher steuerpflichtiger Arbeitslohn des Teamleiters: 360 Euro im Jahr
  3. gesetzter persönlicher Grenzsteuersatz von 30 Prozent: 108 Euro Lohnsteuer, dazu gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer
  4. Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung, solange das Gehalt unter den Beitragsbemessungsgrenzen liegt

= rund 9 Euro Lohnsteuer im Monat für einen Schutz, den der Mitarbeiter sonst ganz aus eigener Tasche bezahlen würde

Keine Pauschalsteuer für die Mitarbeiter-Risikolebensversicherung: Die Pauschalierung mit 20 Prozent nach § 40b EStG gilt heute nur für Gruppen-Unfallversicherungen und Zuwendungen an umlagefinanzierte Pensionskassen. Für Direktversicherungen bleibt sie Zusagen aus der Zeit vor 2005 vorbehalten, höchstens für 1.752 Euro im Jahr.

Auch die Sachbezugsgrenze von 50 Euro im Monat hilft nicht weiter: Das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 15. März 2022 nennt als Sachbezug nur Kranken-, Pflege- und bestimmten Unfallversicherungsschutz, den der Arbeitgeber abschließt. Planen Sie die Mitarbeiter-Risikolebensversicherung deshalb mit voller Lohnsteuer ein.

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Sagen Sie uns, wen Ihr Unternehmen absichern möchte, zu welchem Zweck und mit welcher Summe. Wir vergleichen Tarife für Geschäftsführer, Schlüsselkräfte und arbeitgeberfinanzierte Mitarbeiterverträge.

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Risikolebensversicherung für Geschäftsführer: Fremd-Geschäftsführer und Gesellschafter-Geschäftsführer

Für den Geschäftsführer einer GmbH hängt die Behandlung der Risikolebensversicherung davon ab, ob er an der Gesellschaft beteiligt ist. Steuerlich sind beide Arbeitnehmer der GmbH, bei Gesellschaftern prüft das Finanzamt aber zusätzlich, ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt.

Fremd-Geschäftsführer ohne Beteiligung

  • zahlt die GmbH seine Risikolebensversicherung zugunsten der Familie, ist das Arbeitslohn
  • für die GmbH abziehbarer Personalaufwand
  • eine Regel im Anstellungsvertrag klärt, was beim Ausscheiden mit dem Vertrag geschieht

Gesellschafter-Geschäftsführer mit Beteiligung

  • Arbeitslohn nur, wenn die Zahlung im Voraus klar im Anstellungsvertrag vereinbart und angemessen ist
  • sonst droht eine verdeckte Gewinnausschüttung, die den Gewinn der GmbH nicht mindert
  • ein Keyperson-Vertrag zugunsten der GmbH bleibt davon unberührt

Oft passt eine Kombination: Die GmbH versichert ihren Geschäftsführer als Keyperson, um Umsatzausfall und Nachfolgesuche zu finanzieren, und der Geschäftsführer sichert seine Familie mit einem privaten Vertrag ab, dessen Leistung einkommensteuerfrei bleibt. Wie Mitgesellschafter sich gegenseitig absichern, zeigt der Ratgeber Risikolebensversicherung über Kreuz.

Was eine Risikolebensversicherung für einen Geschäftsführer kostet, zeigt das Beispiel eines 40-Jährigen mit 500.000 Euro Versicherungssumme. Der Beitrag ist derselbe, ob die GmbH oder der Geschäftsführer privat zahlt; verschieden ist nur die steuerliche Behandlung.

TarifBeispielfallZahlbeitrag mtl.Bruttobeitrag mtl.
Europa Risikolebensversicherung Basis (Tarif E-RL)40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 500.000 €, 20 Jahre31,39 €71,33 €
Hannoversche Risikolebensversicherung Basis40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 500.000 €, 20 Jahre31,81 €70,70 €
WGV Risiko-Lebensversicherung BASIS-Tarif40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 500.000 €, 20 Jahre33,34 €74,10 €
SIGNAL IDUNA SI RisikofreiLeben40 Jahre, Nichtraucher seit 10 Jahren, 500.000 €, 20 Jahre36,59 €52,27 €
Beispiel Geschäftsführer-Absicherung: versicherte Person 40 Jahre, kaufmännische Bürotätigkeit, seit mindestens zehn Jahren Nichtraucher, 500.000 € gleichbleibend über 20 Jahre, monatliche Zahlbeiträge der vier günstigsten gerechneten Tarife. Risikolebensversicherungen sind versicherungsteuerfrei.

Keyperson-Versicherung für Mitarbeiter: Einwilligung, Gesundheitsfragen und Ausscheiden

Versichert ein Unternehmen das Leben einer Schlüsselkraft, braucht die Risikolebensversicherung die schriftliche Einwilligung des Mitarbeiters, sobald die Summe über den gewöhnlichen Beerdigungskosten liegt (§ 150 Abs. 2 VVG). Der Mitarbeiter beantwortet die Gesundheitsfragen selbst, Beruf, Reisetätigkeit und Hobbys fließen in den Beitrag ein.

Weil der Vertrag Jahre läuft, sollte von Anfang an feststehen, was in drei typischen Situationen geschieht:

Schlüsselkraft verlässt das Unternehmen

Die Firma kann den Keyperson-Vertrag kündigen. Bei einer Risikolebensversicherung ohne Sparanteil fließt dabei kaum Geld zurück, die gezahlten Beiträge waren der Preis für den Schutz.

Mitarbeiter übernimmt den Firmenvertrag

Mit Zustimmung des Versicherers wird der Ausscheidende neuer Versicherungsnehmer und trägt seine Familie als Begünstigte ein. Die steuerliche Bewertung der Übertragung klären Sie vorher mit dem Steuerberater.

Unternehmen wird verkauft

Beim Verkauf der Anteile bleibt die GmbH Versicherungsnehmerin, der Vertrag läuft weiter. Wechselt nur der Betrieb den Inhaber, muss der Keyperson-Vertrag ausdrücklich auf den Käufer übertragen werden.

Die Höhe der Keyperson-Summe richtet sich nach dem Schaden, den der Ausfall verursacht, nicht nach dem Gehalt der Person. Einen Rechenweg mit Steuer auf die Auszahlung finden Sie im Ratgeber zur Betriebsausgabe; die Summe für Ihr Unternehmen rechnen wir gern mit Ihnen durch.

Checkliste: Risikolebensversicherung im Unternehmen richtig einrichten

Bevor ein Unternehmen eine Risikolebensversicherung für Geschäftsführer oder Mitarbeiter beantragt, sollten diese Punkte geklärt sein:

  • Ziel bestimmen: Ausfallschaden der Firma auffangen oder die Familie des Mitarbeiters versorgen
  • Versicherungsnehmer und Bezugsrecht so eintragen, dass die gewünschte Steuerfolge eintritt
  • bei Mitarbeiterverträgen die Lohnbuchhaltung einbinden, damit Lohnsteuer und Sozialversicherung stimmen
  • die schriftliche Einwilligung der versicherten Person zusammen mit dem Antrag einreichen
  • bei Gesellschafter-Geschäftsführern die Zusage vorab im Anstellungsvertrag festhalten
  • Regeln für Ausscheiden, Verkauf und Ruhestand vereinbaren, bevor der Vertrag beginnt

Möchten Sie mehrere Schlüsselkräfte absichern, schicken Sie uns Alter, Tätigkeit und gewünschte Summen gesammelt. Wir vergleichen die Tarife, die steuerliche Gestaltung stimmen Sie mit Ihrem Steuerberater ab. Weitere Beitragsbeispiele zeigt die Übersicht der Kosten.

Fragen zur Risikolebensversicherung für Unternehmen und Geschäftsführer

Ist eine vom Arbeitgeber bezahlte Risikolebensversicherung lohnsteuerpflichtig?

Ja, wenn die Leistung der Risikolebensversicherung der Familie des Mitarbeiters zugutekommt. Dann sind die Beiträge Arbeitslohn und werden über die Gehaltsabrechnung versteuert. Ist die Firma selbst bezugsberechtigt, etwa bei einer Keyperson-Absicherung, entsteht beim Mitarbeiter kein Arbeitslohn.

Kann die GmbH eine Risikolebensversicherung für den Geschäftsführer abschließen?

Ja. Als Keyperson-Vertrag erhält die GmbH die Summe der Risikolebensversicherung selbst. Soll das Geld an die Familie des Geschäftsführers gehen, ist der Beitrag Arbeitslohn; bei beteiligten Geschäftsführern muss die Zusage vorher im Anstellungsvertrag stehen, sonst droht eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Muss der Mitarbeiter einer Keyperson-Versicherung zustimmen?

Ja. Eine Risikolebensversicherung, die ein Unternehmen auf das Leben eines Mitarbeiters abschließt, ist nur mit dessen schriftlicher Einwilligung wirksam. Er beantwortet auch die Gesundheitsfragen selbst; ohne seine Unterschrift zahlt der Versicherer im Todesfall nicht.

Was kostet eine Risikolebensversicherung für einen Geschäftsführer?

Für einen 40-jährigen Geschäftsführer mit Bürotätigkeit, seit zehn Jahren Nichtraucher, kostet eine Risikolebensversicherung über 500.000 Euro und 20 Jahre ab 31,39 € im Monat, Stand 2. Oktober 2026. Raucher, gefährliche Tätigkeiten oder Vorerkrankungen erhöhen den Beitrag.

Gibt es eine Pauschalsteuer für die arbeitgeberfinanzierte Risikolebensversicherung?

In aller Regel nicht. Die Pauschalsteuer von 20 Prozent nach § 40b EStG gilt heute für Gruppen-Unfallversicherungen und umlagefinanzierte Pensionskassen. Für eine Risikolebensversicherung als Direktversicherung ist sie nur bei Zusagen aus der Zeit vor 2005 möglich.

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