Risikolebensversicherung auf eine andere Person abschließen: Regeln, Zustimmung und Steuer
Sie können das Leben Ihres Partners, Geschäftspartners oder eines Unterhaltspflichtigen versichern und selbst Vertragspartner bleiben. Das kostet nicht mehr, verlangt aber eine Unterschrift der versicherten Person.
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Kann man eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person abschließen?
Ja. Eine Risikolebensversicherung kann auf das Leben einer anderen Person abgeschlossen werden (§ 150 VVG). Sie sind dann Versicherungsnehmer und Beitragszahler, die andere Person ist die versicherte Person. Übersteigt die Summe die gewöhnlichen Beerdigungskosten, braucht der Vertrag ihre schriftliche Einwilligung.
Die versicherte Person beantwortet auch die Gesundheitsfragen. Größter Vorteil: Sind Sie selbst bezugsberechtigt und zahlen die Beiträge, erhalten Sie die Summe aus Ihrem eigenen Vertrag, was die Erbschaftsteuer in der Regel vermeidet.
Wer hat welche Rolle, wenn die Risikolebensversicherung eine andere Person versichert?
Bei einer Risikolebensversicherung auf eine andere Person fallen die Rollen auseinander, die sonst bei einem Menschen liegen. Für Rechte, Pflichten und Steuer zählt jede Rolle einzeln:
| Rolle in der Risikolebensversicherung | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Versicherungsnehmer | Lisa | schließt ab, ändert, kündigt, schuldet die Beiträge |
| Versicherte Person | Jonas, ihr Partner | sein Tod löst die Leistung aus, er beantwortet die Gesundheitsfragen |
| Bezugsberechtigte Person | Lisa | erhält die Versicherungssumme |
| Beitragszahler | Lisa, vom eigenen Konto | wichtig für Steuerfreiheit und Sonderausgabenabzug |
Jonas hat in diesem Vertrag keine Rechte: Er kann weder kündigen noch das Bezugsrecht ändern. Lisa dagegen bestimmt über den Vertrag, solange er läuft. Möchte Jonas sie im Gegenzug absichern, schließt er einen eigenen Vertrag auf ihr Leben ab.
Muss die versicherte Person der Risikolebensversicherung zustimmen?
Ja. Ohne schriftliche Einwilligung der versicherten Person ist eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person unwirksam, sobald die Summe über den gewöhnlichen Beerdigungskosten liegt (§ 150 Abs. 2 VVG). Damit soll niemand ohne sein Wissen auf seinen Tod versichert werden.
- Die versicherte Person unterschreibt den Antrag oder eine eigene Einwilligungserklärung.
- Sie beantwortet die Gesundheitsfragen selbst und wahrheitsgemäß.
- Sie gibt Beruf, Raucherstatus, Größe und Gewicht an, denn danach richtet sich der Beitrag.
- Der Versicherungsnehmer trägt sich als Bezugsberechtigten ein und hinterlegt sein eigenes Konto.
Falsche Gesundheitsangaben gefährden auch Ihren Vertrag: Bei einer Risikolebensversicherung auf eine andere Person zählt deren Wissen so, als hätten Sie es selbst (§ 156 VVG). Verschweigt die versicherte Person eine Erkrankung, kann der Versicherer zurücktreten oder anfechten – zulasten des Versicherungsnehmers.
Eltern, die ihr minderjähriges Kind versichern, brauchen dessen Einwilligung nur in Sonderfällen. Für den Alltag spielt das kaum eine Rolle, weil eine Risikolebensversicherung fast immer Erwachsene mit Versorgungsverantwortung versichert.
Risikolebensversicherung für Ihren Partner abschließen
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Wann lohnt es sich, die Risikolebensversicherung auf eine andere Person abzuschließen?
Eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person lohnt sich immer dann, wenn Sie selbst finanziell vom Leben dieses Menschen abhängen und die Summe ohne Umweg bei Ihnen ankommen soll. Vier Situationen kommen besonders häufig vor:
Paare ohne Trauschein
Jeder versichert das Leben des anderen. So entfällt die Erbschaftsteuer, die bei nur 20.000 Euro Freibetrag schnell fünfstellig wird.
Ehepaare mit größerem Vermögen
Wenn Haus und Depot den Freibetrag von 500.000 Euro schon ausschöpfen, hält der eigene Vertrag die Versicherungssumme aus der Rechnung heraus.
Geschäftspartner und Gesellschafter
Gesellschafter versichern sich gegenseitig, um beim Tod eines Partners dessen Erben auszahlen oder Firmenkredite tilgen zu können.
Unterhalt nach einer Trennung
Wer Unterhalt für sich oder die Kinder erhält, kann das Leben des Zahlenden versichern, wenn dieser einwilligt.
Für Paare zeigt der Ratgeber Risikolebensversicherung über Kreuz die Gestaltung mit zwei Verträgen im Detail. Gesellschafter finden Hinweise zur Höhe der Summe im Risikolebensversicherung Rechner.
Welchen Steuervorteil hat eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person?
Der Steuervorteil einer Risikolebensversicherung auf eine andere Person liegt bei der Auszahlung: Der Versicherungsnehmer erhält die Summe aus seinem eigenen Vertrag. Ein Erwerb vom Verstorbenen liegt nicht vor, deshalb fällt in der Regel keine Erbschaftsteuer an.
Vergleich: 200.000 Euro für eine unverheiratete Partnerin
- Jonas versichert sich selbst, Lisa ist Bezugsberechtigte: 200.000 − 20.000 Freibetrag = 180.000 Euro steuerpflichtig
- Steuerklasse III, 30 %: 54.000 Euro Erbschaftsteuer
- Lisa versichert das Leben von Jonas und zahlt selbst: kein Erwerb von Todes wegen
= 54.000 Euro mehr für Lisa, bei gleichem Beitrag
Dafür muss die Beitragszahlung zur Rolle passen. Zahlt die versicherte Person die Beiträge oder laufen sie über ein Gemeinschaftskonto, kann das Finanzamt darin Zuwendungen sehen und einen Teil der Summe doch besteuern. Daher gilt: Beiträge nur vom Konto des Versicherungsnehmers.
Als Sonderausgabe kann der Versicherungsnehmer die Beiträge in seiner eigenen Steuererklärung angeben. Wie viel das bringt, steht im Ratgeber Risikolebensversicherung steuerlich absetzbar.
Was passiert mit der Risikolebensversicherung bei Trennung oder Tod des Versicherungsnehmers?
Die Risikolebensversicherung auf eine andere Person gehört dem Versicherungsnehmer, auch nach einer Trennung. Sie endet nicht von selbst. Der Versicherungsnehmer kann sie weiterführen, kündigen oder das Bezugsrecht ändern, die versicherte Person hat darauf keinen Einfluss.
Vor dem Abschluss der Risikolebensversicherung absprechen: Paare sollten früh vereinbaren, was bei einer Trennung mit den Verträgen passiert. Mit zwei Einzelverträgen bleibt jede Seite frei, ihren Vertrag zu kündigen oder auf einen neuen Bezugsberechtigten umzustellen.
Stirbt der Versicherungsnehmer vor der versicherten Person, geht der Vertrag auf seine Erben über. Steuerlich zählt dann nur der geringe Rückkaufswert, die Erben können den Schutz fortführen oder beenden. Eine zweite Grenze zieht § 162 VVG: Wer den Tod der versicherten Person vorsätzlich und widerrechtlich herbeiführt, erhält keine Leistung.
Häufige Fragen zur Risikolebensversicherung auf eine andere Person
Kann ich eine Risikolebensversicherung ohne Wissen der versicherten Person abschließen?
Nein. Liegt die Summe über den gewöhnlichen Beerdigungskosten, ist eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person nur mit deren schriftlicher Einwilligung wirksam. Ohne Unterschrift zahlt der Versicherer im Todesfall nicht.
Wer beantwortet die Gesundheitsfragen bei einer Risikolebensversicherung auf eine andere Person?
Die Gesundheitsfragen beantwortet die versicherte Person, denn ihr Gesundheitszustand bestimmt Annahme und Beitrag. Falsche Angaben gehen zulasten des Versicherungsnehmers, der Vertrag der Risikolebensversicherung kann dann angefochten werden.
Kann ich meine Eltern mit einer Risikolebensversicherung versichern?
Das ist möglich, wenn die Eltern einwilligen und die Gesundheitsprüfung bestehen. Je nach Tarif der Risikolebensversicherung liegt das höchste Eintrittsalter zwischen etwa 60 und 79 Jahren, und die Beiträge steigen mit dem Alter deutlich.
Kostet eine Risikolebensversicherung auf eine andere Person mehr?
Nein. Der Beitrag der Risikolebensversicherung richtet sich nach Alter, Gesundheit, Beruf und Raucherstatus der versicherten Person sowie nach Summe und Laufzeit. Wer Versicherungsnehmer ist, ändert den Preis nicht.
Was passiert mit der Risikolebensversicherung meines Ex-Partners auf mein Leben?
Ihr Ex-Partner bleibt als Versicherungsnehmer Inhaber der Risikolebensversicherung und darf sie fortführen. Sie selbst können den Vertrag nicht kündigen; eine Lösung lässt sich nur einvernehmlich oder im Rahmen der Trennungsvereinbarung finden.
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