Risikolebensversicherung für Polizeibeamte: Schutz im Einsatz, Lücke in der Versorgung und Beiträge
Polizistinnen und Polizisten denken beim Todesfallrisiko zuerst an den Einsatz. Für die Familie entscheidend ist aber, dass die Dienstunfallversorgung nur einen Teil der Todesfälle erfasst, während die Risikolebensversicherung auch bei Krankheit und Freizeitunfall zahlt.
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Zahlt die Risikolebensversicherung bei Polizeibeamten auch im Dienst?
Ja. Die Bedingungen der gängigen Risikolebensversicherungen stellen ausdrücklich klar, dass die Versicherungssumme auch dann fließt, wenn die versicherte Person in Ausübung des Polizeidienstes stirbt. Eingeschränkt ist der Schutz nur bei kriegerischen Ereignissen und, je nach Tarif, bei bestimmten Auslandsmissionen.
Gerade für Polizeibeamte lohnt der Vertrag, weil die verbesserte Unfallversorgung des Dienstherrn nur nach einem Dienstunfall greift. Stirbt die Beamtin oder der Beamte an einer Krankheit, bleibt es bei 55 Prozent Witwengeld aus einem oft noch niedrigen Ruhegehalt.
Was regeln die Versicherungsbedingungen der Risikolebensversicherung zum Polizeidienst?
In der Risikolebensversicherung ist der Tod im Polizeidienst grundsätzlich versichert. Die Hannoversche schreibt etwa, sie gewähre Schutz „insbesondere auch dann, wenn die versicherte Person in Ausübung des Wehr- oder Polizeidienstes oder bei inneren Unruhen stirbt“. WGV und Alte Leipziger formulieren das ebenso deutlich.
Polizeieinsätze mit voller Todesfallleistung
- Streifendienst, Festnahme, Verkehrsunfallaufnahme im Inland
- Einsatz bei Demonstrationen und inneren Unruhen, solange die versicherte Person nicht auf Seiten der Unruhestifter steht
- humanitäre oder friedenssichernde Auslandsmission mit Mandat von NATO, UNO, EU oder OSZE bei Alte Leipziger und Continentale
Fälle mit eingeschränkter Leistung
- aktive Beteiligung an kriegerischen Ereignissen: meist nur der Rückkaufswert
- mandatierte Auslandsmissionen bei der WGV ohne gesonderte Vereinbarung: Rückkaufswert, humanitäre Hilfsdienste ausgenommen
- vorsätzlicher Einsatz von ABC-Waffen gegen sehr viele Menschen
Für Beamte der Bundespolizei und Landespolizisten in internationalen Missionen lohnt deshalb der Blick in die Klausel zu kriegerischen Ereignissen. Wir suchen Tarife heraus, deren Bedingungen Ihren geplanten Einsatz ausdrücklich einschließen. Allgemeine Fälle ohne Leistung erklärt der Ratgeber Wann zahlt die Risikolebensversicherung nicht?
Was bekommt die Familie eines Polizeibeamten nach einem tödlichen Dienstunfall?
Stirbt ein Polizeibeamter an den Folgen eines Dienstunfalls, erhält die Familie eine erhöhte Unfall-Hinterbliebenenversorgung. Dienstunfall ist nach § 31 BeamtVG ein plötzliches, von außen einwirkendes Ereignis in Ausübung des Dienstes, auch auf dem Weg zur und von der Dienststelle.
| Leistung nach tödlichem Dienstunfall | Höhe nach Beamtenversorgungsgesetz |
|---|---|
| Unfallruhegehalt als Bemessungsgrundlage | mindestens 66,67 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge, höchstens 75 % |
| Witwen- oder Witwergeld nach Dienstunfall | 60 % des Unfallruhegehalts |
| Waisengeld nach Dienstunfall | 30 % des Unfallruhegehalts je Kind |
| Einmalige Unfallentschädigung | 100.000 € für Ehepartner und Kinder zusammen, nur bei Diensthandlung mit besonderer Lebensgefahr oder rechtswidrigem Angriff |
| Sterbegeld | das Zweifache der monatlichen Dienstbezüge, bei jedem Todesfall |
Die Hinterbliebenenversorgung nach einem Dienstunfall darf zusammen nicht höher sein als die Bezüge, die der Verstorbene erhalten hätte (§ 42 BeamtVG). Die Fünf-Jahres-Wartezeit für das Witwengeld spielt beim Dienstunfall keine Rolle, das hilft gerade jungen Beamten auf Probe.
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Dienstunfall oder Krankheit: Wie groß die Versorgungslücke einer Polizistenfamilie ist
Die meisten Polizeibeamten sterben nicht im Einsatz, sondern an Krankheiten oder bei Unfällen in der Freizeit. Dann gilt nur die normale Hinterbliebenenversorgung, und die Familie erhält oft weniger als die Hälfte dessen, was ihr nach einem Dienstunfall zustünde. Das Beispiel rechnet mit gesetzten Zahlen:
Polizeikommissar mit acht Dienstjahren, verheiratet, ein Kind
- ruhegehaltfähige Dienstbezüge: 3.800 Euro brutto im Monat
- Tod durch Krankheit: Nach acht Jahren greift die Mindestversorgung, angenommen 2.150 Euro Ruhegehalt; Witwengeld 55 Prozent davon 1.182,50 Euro, Halbwaisengeld 12 Prozent 258 Euro
- zusammen 1.440,50 Euro statt 3.800 Euro Dienstbezüge
- Tod durch Dienstunfall: Unfallruhegehalt zwei Drittel, also 2.533,33 Euro; Witwengeld 60 Prozent 1.520 Euro, Waisengeld 30 Prozent 760 Euro
- zusammen 2.280 Euro, dazu je nach Unfallart einmalig 100.000 Euro
= nach Krankheit 839,50 Euro weniger als nach einem Dienstunfall und rund 2.360 Euro weniger als die bisherigen Dienstbezüge, jeweils brutto im Monat
Über 18 Jahre bis zum Ausbildungsende des Kindes summiert sich allein der Abstand zum Dienstunfall auf gut 180.000 Euro, ohne Einmalzahlung und Hauskredit. Eine Risikolebensversicherung deckt diese Spanne ab, weil sie unabhängig von der Todesursache zahlt. Den allgemeinen Rechenweg für Beamtenfamilien zeigt der Ratgeber Risikolebensversicherung für Beamte.
Was kostet eine Risikolebensversicherung für Polizeibeamte?
Polizeibeamte zahlen für die Risikolebensversicherung meist etwas mehr als Bürokräfte, weil die Versicherer den Vollzugsdienst als körperlich gefährlichere Tätigkeit einstufen. Bei der VGH kostet eine 30-jährige Polizeikommissarin, seit zehn Jahren Nichtraucherin, für 200.000 Euro über 20 Jahre 8,42 Euro im Monat.
| VGH Risikolebensversicherung Familie, Nichtraucherin, 20 Jahre | Polizeikommissarin | Industriekauffrau |
|---|---|---|
| 30 Jahre, 200.000 € | 8,42 € | 7,46 € |
| 30 Jahre, 300.000 € | 12,15 € | 10,72 € |
| 40 Jahre, 200.000 € | 19,65 € | 16,82 € |
| 40 Jahre, 300.000 € | 29,00 € | 24,76 € |
Der Aufschlag für den Polizeidienst liegt in diesen Beispielen bei 13 bis 17 Prozent. Andere Versicherer stufen Vollzugsbeamte günstiger oder strenger ein, bei Spezialeinheiten, Polizeitauchern oder im Flugdienst fragen sie gesondert nach. Für solche Verwendungen stellen wir eine anonyme Risikovoranfrage, bevor Sie einen Antrag stellen.
Worauf Polizistinnen und Polizisten beim Abschluss der Risikolebensversicherung achten
Für Polizeibeamte kommt es neben dem Beitrag auf Klauseln an, die zur Laufbahn im Vollzugsdienst passen:
- genaue Tätigkeit im Antrag angeben, etwa Schutzpolizei, Kriminalpolizei, Bereitschaftspolizei oder Spezialeinheit
- früh abschließen: Kommissaranwärter und Beamte auf Probe sind jung und gesund und haben die schwächste Versorgung
- Nachversicherungsgarantie für Beförderung, Heirat, Geburt und Immobilienkauf ohne neue Gesundheitsfragen
- Bedingungen zu Auslandsmissionen prüfen, wenn Sie sich für internationale Polizeieinsätze bewerben
- Partner ohne Trauschein über Kreuz absichern, denn Witwengeld gibt es nur in Ehe oder eingetragener Lebenspartnerschaft
Die Polizeidienstunfähigkeit deckt die Risikolebensversicherung nicht ab. Wie Sie sie zusammen mit dem Todesfallschutz planen, lesen Sie im Ratgeber Risikolebensversicherung mit Berufsunfähigkeitsversicherung. Aktuelle Beiträge für Ihre Wunschsumme zeigt die Seite Kosten.
Fragen zur Risikolebensversicherung für Polizistinnen und Polizisten
Zahlt die Risikolebensversicherung, wenn ein Polizist im Einsatz stirbt?
Ja. Die Risikolebensversicherung zahlt auch beim Tod in Ausübung des Polizeidienstes und bei inneren Unruhen, sofern die versicherte Person nicht auf Seiten der Unruhestifter beteiligt war. Eingeschränkt ist sie bei kriegerischen Ereignissen und, je nach Tarif, bei bestimmten Auslandsmissionen.
Zahlen Polizisten mehr für eine Risikolebensversicherung?
Meist etwas. Bei der VGH kostet die Risikolebensversicherung über 200.000 Euro und 20 Jahre für eine 30-jährige Polizeikommissarin 8,42 Euro im Monat, für eine Industriekauffrau 7,46 Euro, Stand 3. Oktober 2026. Spezialeinheiten prüfen Versicherer gesondert.
Was erhält die Familie nach einem tödlichen Dienstunfall eines Polizisten?
Nach dem Beamtenversorgungsgesetz erhält der Ehepartner 60 Prozent und jedes Kind 30 Prozent des Unfallruhegehalts, bei einem Angriff oder besonderer Lebensgefahr zusätzlich einmalig 100.000 Euro. Eine Risikolebensversicherung zahlt ihre Summe unabhängig davon obendrauf.
Brauchen Polizeibeamte trotz Beamtenversorgung eine Risikolebensversicherung?
In den meisten Familien ja. Die gute Unfallversorgung gilt nur nach einem Dienstunfall. Stirbt ein Polizeibeamter an einer Krankheit, bleiben 55 Prozent Witwengeld und 12 Prozent Halbwaisengeld vom Ruhegehalt; die Risikolebensversicherung schließt die Lücke zu den Dienstbezügen.
Gilt die Risikolebensversicherung bei Auslandseinsätzen der Polizei?
Das regelt jeder Tarif selbst. Alte Leipziger und Continentale zahlen die Risikolebensversicherung voll bei humanitären oder friedenssichernden Missionen mit Mandat von NATO, UNO, EU oder OSZE. Andere Tarife beschränken die Leistung dann auf den Rückkaufswert.
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