Risikolebensversicherung für Soldaten: Schutz im Dienst, im Einsatz und für die Familie
Soldatinnen und Soldaten tragen Risiken, die im Antrag und in den Bedingungen einer Risikolebensversicherung besonders behandelt werden. Wer Kriegsklausel, Einsatzregeln und die Leistungen des Bundes kennt, sichert die Familie gezielt dort ab, wo die staatliche Versorgung endet.
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Bekommen Soldaten eine Risikolebensversicherung?
Ja. Berufs- und Zeitsoldaten können eine Risikolebensversicherung abschließen, die im Dienstalltag, bei Krankheit und bei Unfällen die vereinbarte Summe an die Familie zahlt. Eingeschränkt ist der Schutz beim Tod im Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen, an denen die versicherte Person aktiv beteiligt ist.
Humanitäre Einsätze und Mandate mit passivem Kriegsrisiko sind bei vielen Tarifen versichert. Fällt eine Versicherung bei einer besonderen Auslandsverwendung trotzdem aus, gleicht der Bund den Schaden in angemessenem Umfang aus.
Wann greift die Kriegsklausel in der Risikolebensversicherung für Soldaten?
Die Kriegsklausel der Risikolebensversicherung greift, wenn die versicherte Person in Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen stirbt. Die Leistung schrumpft dann auf den Rückkaufswert, der bei einer Risikolebensversicherung gering ist. Ausgenommen ist, wer im Ausland in solche Ereignisse gerät, ohne aktiv daran beteiligt zu sein.
Passives Kriegsrisiko im Einsatz
- humanitäre Hilfseinsätze, Waffen nur zur Selbstverteidigung
- besondere Auslandsverwendung mit Bundestagsmandat ohne Kampfauftrag
- Leistung der Risikolebensversicherung in voller Höhe
Aktives Kriegsrisiko
- aktive Beteiligung an kriegerischen Ereignissen
- Kriegsklausel greift, Leistung nur in Höhe des Rückkaufswerts
- Ausgleich für die ausgefallene Versicherung durch den Bund möglich
Einzelne Lebensversicherer vereinbaren für Berufs- und Zeitsoldaten eine eigene Zusatzvereinbarung für Auslandseinsätze. Sie listet Mandate als passives Kriegsrisiko auf, im Stand August 2025 zum Beispiel KFOR im Kosovo, UNIFIL vor dem Libanon, EUFOR Althea in Bosnien und Herzegowina sowie EUNAVFOR ASPIDES im Roten Meer.
Ob ein Einsatz darunter fällt, prüft der Versicherer im Einzelfall anhand der Lage und der Angaben des Verteidigungsministeriums. Fragen Sie deshalb vor dem Abschluss nach der genauen Klausel, die wir für Sie aus den Bedingungen heraussuchen.
Was zahlt der Bund den Hinterbliebenen von Soldatinnen und Soldaten?
Die Hinterbliebenenversorgung der Bundeswehr hängt davon ab, ob jemand Berufs- oder Zeitsoldat ist und ob der Tod auf einen Einsatzunfall zurückgeht. Das Soldatenversorgungsgesetz sieht dafür unterschiedliche Leistungen vor:
| Fall nach dem Soldatenversorgungsgesetz | Leistung an die Familie |
|---|---|
| Tod eines Berufssoldaten | Witwen- und Waisengeld wie bei Bundesbeamten: 55 % des Ruhegehalts für den Ehepartner, 12 % je Halbwaise |
| Tod eines Zeitsoldaten ohne Wehrdienstbeschädigung | laufende Unterstützung nur auf Antrag und erst nach mindestens sechs Jahren Wehrdienst, höchstens in Höhe der Übergangsgebührnisse |
| Tod nach einem Einsatzunfall | Versorgung wie bei Hinterbliebenen von Berufssoldaten, auch bei Zeitsoldaten |
| Einmalige Entschädigung nach Einsatzunfall | 100.000 € zusammen für Ehepartner und versorgungsberechtigte Kinder; ohne sie 40.000 € für Eltern, sonst 20.000 € für Großeltern und Enkel |
| Ausgefallene private Versicherung | Schadensausgleich bei besonderer Auslandsverwendung an die im Vertrag begünstigte Person |
Die einmalige Entschädigung hilft in den ersten Jahren, ersetzt aber kein Einkommen über die Kindheit hinweg. Bei einem Tod durch Krankheit oder Freizeitunfall entfällt sie ganz. Genau diese Lücke schließt eine eigene Risikolebensversicherung, deren Summe Sie wie bei der Familienabsicherung berechnen.
Risikolebensversicherung für Soldaten anfragen
Nennen Sie uns Status, Verwendung und geplante Einsätze. Wir vergleichen Tarife mit passender Auslandsregelung für Soldatinnen und Soldaten und klären schwierige Verwendungen vorab anonym.
Risikolebensversicherung für Zeitsoldaten: Warum die Lücke besonders groß ist
Für Zeitsoldaten ist die Risikolebensversicherung oft wichtiger als für Berufssoldaten. Stirbt ein Soldat auf Zeit an einer Krankheit oder bei einem privaten Unfall, erhalten Partner und Kinder in den ersten sechs Dienstjahren keine laufende Unterstützung aus dem Soldatenversorgungsgesetz.
Hinzu kommt der Wechsel ins Zivilleben nach dem Dienstzeitende. Die private Risikolebensversicherung hängt nicht am Dienstverhältnis und läuft danach unverändert weiter. Richten Sie die Laufzeit deshalb nach dem Alter der Kinder und dem Hauskredit aus, nicht nach dem Ende Ihrer Verpflichtungszeit.
Wer schon während der Dienstzeit baut oder kauft, sichert das Darlehen am besten mit einer fallenden Summe ab, wie sie die Darlehensabsicherung beschreibt.
Was Soldatinnen und Soldaten im Antrag zur Risikolebensversicherung angeben
Im Antrag auf eine Risikolebensversicherung fragen Versicherer bei Soldatinnen und Soldaten genauer nach Tätigkeit und Einsätzen als bei Bürokräften. Die Antworten entscheiden über Beitrag, mögliche Zuschläge und Ausschlüsse.
- Status: Berufssoldat, Soldat auf Zeit oder freiwilliger Wehrdienst
- Dienstgrad, Truppengattung und überwiegende Tätigkeit, etwa Stab, Logistik, Sanitätsdienst oder Kampftruppe
- geplante oder laufende Auslandseinsätze mit Mandat und Region
- besondere Verwendungen wie Kampfmittelbeseitigung, Fallschirmsprung oder fliegerischer Dienst
- Gesundheitsangaben und gefährliche Freizeitaktivitäten
Bezugsrecht der Soldaten-Risikolebensversicherung aktuell halten: Der Ausgleich des Bundes für eine ausgefallene Versicherung geht an die Person, die Sie im Vertrag begünstigt haben. Tragen Sie Partner oder Kinder namentlich ein und passen Sie das Bezugsrecht nach Heirat oder Geburt an.
Ist eine Verwendung besonders gefährlich, stellen wir vorab eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern. So wissen Sie vor dem Antrag, ob ein Zuschlag fällig wird oder ein Ausschluss droht.
Fragen zur Risikolebensversicherung für Soldatinnen und Soldaten
Zahlt die Risikolebensversicherung bei Tod im Auslandseinsatz?
Das hängt vom Einsatz ab. Bei humanitären Einsätzen und Mandaten mit passivem Kriegsrisiko zahlen viele Risikolebensversicherungen die volle Summe, teils über eine Zusatzvereinbarung für Soldaten. Bei aktiver Beteiligung an Kampfhandlungen greift die Kriegsklausel; dann kann der Bund einen Ausgleich leisten.
Was bedeutet passives Kriegsrisiko in der Risikolebensversicherung?
Passives Kriegsrisiko heißt: Die versicherte Person gerät im Ausland in kriegerische Ereignisse, ohne selbst aktiv daran beteiligt zu sein. In diesem Fall leistet die Risikolebensversicherung trotz Kriegsklausel. Wer aktiv kämpft, trägt dagegen das aktive Kriegsrisiko, das ausgeschlossen ist.
Gilt die Risikolebensversicherung nach dem Ende der Dienstzeit weiter?
Ja. Die private Risikolebensversicherung ist unabhängig vom Dienstverhältnis und läuft nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr unverändert weiter. Zeitsoldaten sollten die Laufzeit deshalb am Bedarf der Familie ausrichten, nicht am Dienstzeitende.
Wie hoch ist die einmalige Entschädigung für Hinterbliebene von Soldaten?
Stirbt eine Soldatin oder ein Soldat an den Folgen eines Einsatzunfalls, erhalten Ehepartner und versorgungsberechtigte Kinder zusammen 100.000 Euro, ohne sie die Eltern 40.000 Euro. Eine Risikolebensversicherung ergänzt diesen Betrag und zahlt auch bei Tod durch Krankheit.
Zahlen Soldaten mehr für die Risikolebensversicherung?
Das hängt von der Verwendung ab. Versicherer stufen Soldatinnen und Soldaten in der Risikolebensversicherung nach ihrer Tätigkeit ein; bei gefährlichen Verwendungen wie Kampfmittelbeseitigung oder fliegerischem Dienst sind Zuschläge oder Ausschlüsse möglich. Eine anonyme Risikovoranfrage klärt das vorab.
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