Risikolebensversicherung bei Übergewicht: Wie ein hoher BMI Annahme und Beitrag beeinflusst
Ein paar Kilo zu viel verteuern die Risikolebensversicherung kaum. Erst ab einem BMI von 30 steigt der Beitrag spürbar, und ab dann zählen vor allem die Folgen des Gewichts für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel.
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Bekommen Sie mit Übergewicht eine Risikolebensversicherung?
Ja. Leichtes Übergewicht mit einem BMI zwischen 25 und 30 wirkt sich auf den Beitrag der Risikolebensversicherung im Durchschnitt nicht aus. Bei Adipositas ab einem BMI von 30 liegt der Beitrag im Schnitt rund 18 Prozent höher.
Bei sehr hohem BMI prüft der Versicherer genauer, ob Bluthochdruck, Diabetes, eine Fettleber oder Schlafapnoe hinzukommen. Davon hängt ab, ob er normal, mit Zuschlag oder erst später annimmt.
Wie die Risikolebensversicherung Ihren BMI berechnet
Im Antrag auf eine Risikolebensversicherung geben Sie Größe und Gewicht an. Daraus berechnet der Versicherer den Body-Mass-Index: Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat.
BMI für die Risikolebensversicherung: 1,80 Meter und 105 Kilogramm
- Körpergröße zum Quadrat: 1,80 mal 1,80 ergibt 3,24.
- Gewicht geteilt durch diesen Wert: 105 geteilt durch 3,24.
= BMI 32,4, also Adipositas. Mit 95 Kilogramm bei 1,78 Metern läge der BMI dagegen knapp unter 30.
| Gewichtsklasse nach BMI | BMI | Beitragsniveau im Durchschnitt |
|---|---|---|
| Untergewicht | unter 18,5 | 105 % |
| Normalgewicht | 18,5 bis 25 | 100 % |
| Übergewicht | 25 bis 30 | 100 % |
| Adipositas | ab 30 | 118 % |
Wie viel teurer ist die Risikolebensversicherung bei Übergewicht?
Im Durchschnitt zahlen Menschen mit Adipositas für die Risikolebensversicherung rund 18 Prozent mehr als Normalgewichtige, bei Untergewicht sind es etwa 5 Prozent. Im Einzelfall kann der Aufschlag niedriger oder höher ausfallen.
Rechenbeispiel ohne Tarifbezug: Durchschnittsaufschlag bei Adipositas
- Angenommener Beitrag bei Normalgewicht: 20,00 Euro im Monat
- Durchschnittlicher Aufschlag bei Adipositas: 18 Prozent, also 3,60 Euro
= rund 23,60 Euro im Monat. Rauchen wirkt viel stärker: Bei Abschluss mit 30 Jahren zahlen Raucher im Schnitt 112 Prozent mehr.
Manche Tarife belohnen ein normales Gewicht ausdrücklich:
- AXA Risikolebensversicherung und DBV Risikolebensversicherung: Beitragsnachlass bis zu einem BMI von 27
- Concordia Risiko futur: günstigste Beitragsklasse nur ohne Über- oder Untergewicht
- Württembergische Risikolebensversicherung und VOLKSWOHL BUND: Beitragsvorteil bei gesundem Körpergewicht
- Continentale Risikolebensversicherung: ein Mehrbeitrag für das Gewicht wird im Antrag gesondert ausgewiesen
Risikolebensversicherung bei Übergewicht anfragen
Nennen Sie uns Summe und Laufzeit. Mit Größe, Gewicht und möglichen Begleiterkrankungen vergleichen wir danach, welcher Versicherer Sie am günstigsten einstuft.
Ab welchem BMI wird die Risikolebensversicherung schwierig?
Eine einheitliche BMI-Grenze für die Risikolebensversicherung gibt es nicht. Je höher der BMI, desto mehr Gewicht legt der Versicherer auf die Erkrankungen, die starkes Übergewicht begleiten. Diese tauchen in eigenen Gesundheitsfragen auf:
Bluthochdruck bei hohem BMI
Gefragt unter Herz und Kreislauf. Gut eingestellte Werte entlasten die Bewertung deutlich.
Typ-2-Diabetes und Blutfette
Gefragt unter Stoffwechsel, ebenso Gicht und Fettstoffwechselstörungen.
Fettleber und Leberwerte
Gefragt unter Erkrankungen von Leber und Verdauungsorganen, auch auffällige Laborwerte.
Schlafapnoe
Gefragt unter Erkrankungen der Atmungsorgane, oft mit Angaben zur Therapie mit Atemmaske.
Ein hoher BMI ohne solche Begleiterkrankungen wird meist milder bewertet als ein mittlerer BMI mit Diabetes und Bluthochdruck. Wie diese Erkrankungen einzeln wirken, erklären die Ratgeber Risikolebensversicherung mit Bluthochdruck und Risikolebensversicherung für Diabetiker.
Gewicht in der Risikolebensversicherung richtig angeben und was nach dem Abnehmen gilt
Wiegen Sie sich am Tag des Antrags und tragen Sie den tatsächlichen Wert ein. Ein zu niedrig angegebenes Gewicht ist eine falsche Antwort auf eine Gesundheitsfrage und kann dem Versicherer nach § 19 VVG Rücktritt, Kündigung oder eine rückwirkende Vertragsanpassung erlauben.
Nach dem Vertragsschluss spielt Ihr Gewicht dagegen keine Rolle mehr. Eine Zunahme müssen Sie nicht melden, weil in der Lebensversicherung nur ausdrücklich vereinbarte Umstände als Gefahrerhöhung gelten. Umgekehrt senkt eine Abnahme den Beitrag nur, wenn der Vertrag das vorsieht.
Erst abnehmen, dann beantragen? Wer gerade deutlich abnimmt, kann mit dem Antrag einige Monate warten, bis das neue Gewicht stabil ist.
Eine Magenverkleinerung erfassen die Anträge über die Fragen nach Operationen und Klinikaufenthalten, je nach Versicherer fünf bis zehn Jahre zurück; Versicherer wollen dann meist ein stabiles Gewicht und gute Laborwerte sehen.
Ist der Schutz für Familie oder Kredit dringend, sollten Sie nicht auf das Wunschgewicht warten. Ein Vertrag mit Zuschlag heute ist besser als eine Lücke, und bei einer anonymen Voranfrage sehen Sie vorab, welcher Versicherer Ihren BMI am günstigsten einstuft.
Fragen zur Risikolebensversicherung bei Übergewicht und hohem BMI
Ab welchem BMI bekommt man keine Risikolebensversicherung mehr?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Bei sehr hohem BMI prüft der Versicherer der Risikolebensversicherung Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe und entscheidet danach über Annahme, Zuschlag oder Zurückstellung. Eine anonyme Voranfrage bei mehreren Gesellschaften lohnt sich hier besonders.
Wie viel mehr kostet die Risikolebensversicherung bei Übergewicht?
Bei einem BMI von 25 bis 30 kostet die Risikolebensversicherung im Durchschnitt nicht mehr als bei Normalgewicht. Ab einem BMI von 30 liegt der Beitrag im Schnitt rund 18 Prozent höher; aus 20 Euro würden so rund 23,60 Euro im Monat.
Gibt es eine Risikolebensversicherung ohne BMI-Abfrage?
Eine Risikolebensversicherung mit Gesundheitsprüfung fragt praktisch immer nach Größe und Gewicht, auch viele Kurzanträge mit vereinfachten Gesundheitsfragen; die Öffentliche Oldenburg etwa erfasst beide Werte. Ganz ohne BMI kommen nur Todesfalltarife ohne Gesundheitsfragen aus, meist Sterbegeldversicherungen mit kleinen Summen und Wartezeit.
Muss ich eine Gewichtszunahme nach Vertragsschluss melden?
Nein, solange Ihr Vertrag das Gewicht nicht ausdrücklich als meldepflichtige Gefahrerhöhung nennt. Bei der Risikolebensversicherung zählen Größe und Gewicht zum Zeitpunkt des Antrags; spätere Veränderungen ändern weder Beitrag noch Schutz.
Wird die Risikolebensversicherung günstiger, wenn ich abnehme?
Nur wenn der Vertrag eine Überprüfung vorsieht. Ohne solche Vereinbarung bleibt der Beitrag der Risikolebensversicherung gleich. Wer vor dem Abschluss abnimmt und das Gewicht hält, profitiert dagegen sofort vom niedrigeren BMI.
Zählt auch Untergewicht bei der Risikolebensversicherung?
Ja. Bei einem BMI unter 18,5 kostet die Risikolebensversicherung im Durchschnitt etwa 5 Prozent mehr als bei Normalgewicht. Versicherer fragen dann nach den Ursachen, etwa nach Essstörungen oder ungewolltem Gewichtsverlust.
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