Risikolebensversicherung für Kinder: Wann sie sinnvoll ist und was Eltern nach der Geburt tun sollten
Mit der Geburt eines Kindes hängt ein Mensch für zwei Jahrzehnte vom Einkommen der Eltern ab. Die Risikolebensversicherung sichert genau das ab, und gerade in den ersten Monaten nach der Geburt bieten viele Tarife Vorteile, die später nicht mehr zu haben sind.
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Ist eine Risikolebensversicherung für Kinder sinnvoll?
Ja, für Kinder ist sie eine der wichtigsten Absicherungen, allerdings auf das Leben der Eltern. Stirbt ein Elternteil, zahlt die Risikolebensversicherung eine feste Summe, mit der Unterhalt, Betreuung und Ausbildung bis zur Selbstständigkeit des Kindes bezahlt bleiben.
Nach der Geburt sollte deshalb jeder Elternteil versichert sein, dessen Ausfall die Familie spürt.
Eine Risikolebensversicherung auf das Leben des Kindes selbst ist dagegen selten sinnvoll, weil niemand finanziell vom Kind abhängt. Viele Tarife nehmen Kinder ohnehin erst ab 14, 15 oder 18 Jahren auf.
Warum Kinder die Risikolebensversicherung der Eltern brauchen: Was ein Kind kostet
Kinder brauchen die Risikolebensversicherung ihrer Eltern, weil sie viele Jahre lang Geld kosten, das nach einem Todesfall fehlt. Paare mit einem Kind gaben nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts 2018 im Schnitt 763 Euro im Monat für ihr Kind aus.
Rund die Hälfte davon entfällt auf Grundbedarf wie Ernährung, Kleidung und Wohnen. Seit 2018 sind die Preise deutlich gestiegen, heute liegen die Ausgaben also eher höher.
Was ein Kind bis zum 25. Geburtstag kostet, als Grundlage der Versicherungssumme
- 763 Euro im Monat mal 12: 9.156 Euro im Jahr
- über 25 Jahre: 228.900 Euro, ohne Preissteigerung gerechnet
- abzüglich Halbwaisenrente und Kindergeld, die nach dem Tod eines Elternteils weiter fließen
- zuzüglich Betreuungskosten, wenn der betreuende Elternteil stirbt und der andere weiter voll arbeitet
= gut 225.000 Euro Kinderkosten, bevor Einkommen des Partners, Renten und Kindergeld abgezogen werden
Den vollständigen Rechenweg für Partner, Kredit und Kinder zusammen zeigt die Versorgungslücke der Familie.
Risikolebensversicherung nach der Geburt: Was Eltern in den ersten Monaten erledigen
Nach der Geburt eines Kindes laufen bei der Risikolebensversicherung mehrere Fristen gleichzeitig, meist sechs oder zwölf Monate ab dem Geburtsdatum. Wer sie nutzt, bekommt mehr Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung oder mit einem Kurzantrag.
- Geburt dem Versicherer melden: Bei der Hannoverschen Risikolebensversicherung Plus ist die Anzeige Voraussetzung für den Kinder-Bonus, der bei einem Todesfall im ersten Lebensjahr des Kindes 20 Prozent der Summe zusätzlich zahlt, höchstens 100.000 Euro.
- Nachversicherung beantragen: Mit der Geburtsurkunde erhöhen Sie eine bestehende Summe ohne neue Gesundheitsfragen; Fristen und Höchstbeträge stehen im Ratgeber Risikolebensversicherung erhöhen.
- Neuen Vertrag mit Kurzantrag prüfen: Einige Versicherer begnügen sich im ersten halben Jahr nach der Geburt mit zwei oder drei Gesundheitsfragen, wie der Ratgeber zu vereinfachten Gesundheitsfragen zeigt.
- Elternteil in Elternzeit mitversichern: Fällt der betreuende Elternteil aus, entstehen Kosten für Kita, Tagesmutter oder weniger Arbeitsstunden des anderen.
- Bezugsrecht anpassen: Klären Sie, ob der Partner oder das Kind begünstigt sein soll und wer ersatzweise das Geld bekommt.
Kinder-Bonus gilt nur für die ersten Monate nach der Geburt: Die Zusatzsumme der Familientarife greift nur, wenn der Todesfall kurz nach Geburt oder Adoption eintritt, je nach Tarif innerhalb von sechs, neun oder zwölf Monaten. Eine dauerhaft passende Versicherungssumme ersetzt sie nicht.
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Welche Risikolebensversicherungen haben Extra-Leistungen für Kinder?
Viele Versicherer bieten neben der Grundstufe eine Familienstufe der Risikolebensversicherung mit Kinder-Bonus oder Extra-Kindergeld an. Der Kinder-Bonus erhöht die Summe für einige Monate nach der Geburt, das Extra-Kindergeld zahlt im Todesfall einen festen Betrag je kleines Kind.
Der Aufpreis für die Familienstufe ist überschaubar, wie die Beiträge für 30-jährige Eltern mit Bürotätigkeit und 250.000 Euro Versicherungssumme zeigen:
| Familienstufe der Risikolebensversicherung | Leistung für Kinder | Grundstufe mtl. | Familienstufe mtl. |
|---|---|---|---|
| Europa Risikolebensversicherung Premium (Tarif E-RLP) | sechs Monate nach Geburt oder Adoption 50 % mehr Summe, höchstens 300.000 €; 5 % je Kind unter sechs Jahren, bis 5.000 € | 6,63 € | 8,62 € |
| WGV Risiko-Lebensversicherung OPTIMAL-Tarif | 2.500 € zusätzlich je Kind unter sieben Jahren | 6,86 € | 8,54 € |
| SIGNAL IDUNA SI RisikofreiLeben-PLUS | ein Viertel der Summe extra, höchstens 25.000 €, bei Tod binnen sechs Monaten nach Geburt oder Adoption | 7,28 € | 8,74 € |
| Hannoversche Risikolebensversicherung Plus | 2.400 € Extra-Kindergeld je Kind unter sieben Jahren; Kinder-Bonus 20 % für zwölf Monate, höchstens 100.000 € | 7,24 € | 10,02 € |
Im WGV OPTIMAL-Tarif kostet die Familienstufe im Beispiel 1,68 € mehr im Monat, über 20 Jahre zusammen 403,20 €. Dem stehen 2.500 Euro je Kind unter sieben Jahren gegenüber, dazu eine Verlängerungsoption und eine breitere Nachversicherung.
Weitere Familienleistungen bekannter Tarife im Überblick:
- Allianz Risikolebensversicherung: Kinderbonus in allen Stufen, bis zu neun Monate lang 25 Prozent mehr Summe, höchstens 50.000 Euro
- Continentale PremiumRisikoleben: sechs Monate 50 Prozent mehr, höchstens 300.000 Euro, und 5 Prozent je Kind unter sechs Jahren, bis 5.000 Euro
- R+V Risikolebensversicherung comfort und premium: 25.000 Euro zusätzlich bei Tod binnen sechs Monaten nach Geburt oder Adoption
- IDEAL RisikoLeben Exklusiv: 5.000 Euro Extra-Kindergeld je Kind unter sieben Jahren
- Itzehoer Risikolebensversicherung TOP: 2.500 Euro je Kind unter sieben Jahren, für bis zu drei Kinder
Zweites Kind oder späte Elternschaft: Wie die Risikolebensversicherung für Kinder mitwächst
Mit jedem weiteren Kind verlängert sich die Zeit, in der die Familie auf das Einkommen beider Eltern angewiesen ist. Eine Risikolebensversicherung, die zum ersten Kind passte, endet dann oft einige Jahre zu früh oder ist zu knapp bemessen.
Nachversicherung im bestehenden Vertrag
- erhöht die Summe nach der Geburt ohne neue Gesundheitsfragen
- die Laufzeit bleibt unverändert
- Grenzen je Ereignis, oft 50.000 Euro
Zweiter Vertrag oder Verlängerungsoption
- Ablauf passend zum 25. Geburtstag des jüngsten Kindes
- ein neuer Vertrag verlangt Gesundheitsprüfung und kostet wegen des höheren Alters mehr
- eine Verlängerung um meist bis zu 15 Jahre gibt es nur in Tarifen, die sie vorsehen
Ein Beispiel: Das erste Kind kommt 2026, der Vertrag läuft bis 2051. Wird drei Jahre später ein Geschwisterkind geboren, fehlen bis zu dessen 25. Geburtstag drei Jahre. Häufig genügt dann ein kleinerer zweiter Vertrag bis 2054, der nur den zusätzlichen Bedarf abdeckt.
Werden Sie erst mit Anfang 40 Mutter oder Vater, achten Sie auf das Endalter des Tarifs: Bei 25 Jahren Laufzeit muss der Vertrag bis Mitte 60 reichen. Wie lange die Laufzeit insgesamt sein sollte, erklärt der Ratgeber zur Laufzeit der Risikolebensversicherung.
Kinder als Begünstigte der Risikolebensversicherung: Vormund und Vermögensverzeichnis
Setzen Eltern ihre minderjährigen Kinder als Begünstigte ein, verwaltet nach dem Tod meist der überlebende Elternteil das Geld. Erhält ein Kind anlässlich eines Sterbefalls mehr als 15.000 Euro, muss der verwaltende Elternteil dem Familiengericht ein Vermögensverzeichnis einreichen (§ 1640 BGB).
Vormund für die Kinder im Testament benennen: Sterben beide Eltern, bestellt das Familiengericht einen Vormund, der auch die Versicherungssumme der Kinder verwaltet. Eltern können im Testament festlegen, wer das sein soll oder wer ausgeschlossen ist (§ 1782 BGB); fehlt diese Benennung, entscheidet das Gericht allein.
Steuerlich sind Kinder gut gestellt: Sie haben gegenüber jedem Elternteil einen Erbschaftsteuer-Freibetrag von 400.000 Euro, dazu einen altersabhängigen Versorgungsfreibetrag zwischen 10.300 und 52.000 Euro. Ob statt der Kinder besser der Partner begünstigt ist, zeigt der Ratgeber zur Bezugsberechtigung.
Risikolebensversicherung auf das Leben des Kindes: Ist das sinnvoll?
Eine Risikolebensversicherung auf das Leben eines Kindes passt nur in Ausnahmefällen, weil sie Einkommen ersetzt, das ein Kind nicht erzielt. Viele Tarife beginnen erst mit 18 Jahren, einige früher: die Bayern-Versicherung RisikoLeben Plus und Premium ab 14, Continentale, EUROPA, HanseMerkur und InterRisk ab 15, die Alte Leipziger ab 16.
Rechtlich dürfen Eltern ihr minderjähriges Kind versichern. Die Einwilligung des Kindes ist nach § 150 Abs. 3 VVG nur nötig, wenn der Vertrag schon vor dem siebten Geburtstag mehr als die gewöhnlichen Beerdigungskosten zahlt.
Für die Kinder selbst wichtiger sind Leistungen, die einige Elternverträge mitbringen: Die Bayern-Versicherung RisikoLeben Premium zahlt 10.000 Euro, wenn ein Kind schwer erkrankt, die InterRisk Risikolebensversicherung XXL eine Kindertodesfallleistung bis 3.000 Euro. Einen eigenen Vertrag braucht Ihr Kind, sobald es selbst Kredit oder Familie hat.
Fragen zur Risikolebensversicherung für Kinder und junge Eltern
Ab wann ist eine Risikolebensversicherung für Kinder sinnvoll?
Am besten schon in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt. Ab dann hängt das Kind finanziell von beiden Eltern ab, und die Risikolebensversicherung sollte bis etwa zu seinem 25. Geburtstag laufen. Wer jung abschließt, zahlt weniger und hat meist weniger Vorerkrankungen anzugeben.
Was kostet eine Risikolebensversicherung für junge Eltern?
Für eine 30-jährige Mutter oder einen 30-jährigen Vater mit Bürotätigkeit, seit zehn Jahren rauchfrei, kostet eine Risikolebensversicherung über 250.000 Euro und 20 Jahre ab 6,63 € im Monat, eine Familienstufe mit Kinder-Leistungen ab 8,54 €, Rechenstand 3. Oktober 2026.
Muss ich die Geburt meines Kindes der Risikolebensversicherung melden?
Eine Pflicht besteht nicht, es lohnt sich aber. Mit der Geburtsurkunde lässt sich die Risikolebensversicherung ohne neue Gesundheitsfragen erhöhen, und die Hannoversche Plus zahlt ihren Kinder-Bonus nur, wenn die Geburt angezeigt wurde. Prüfen Sie dabei gleich das Bezugsrecht.
Kann man eine Risikolebensversicherung auf ein Kind abschließen?
Ja, aber nur bei Tarifen mit niedrigem Eintrittsalter, meist ab 14 bis 16 Jahren, sonst ab 18. Sinnvoll ist eine Risikolebensversicherung auf das Kind selten, weil niemand von seinem Einkommen lebt. Wichtiger ist der Schutz der Eltern, deren Tod das Kind finanziell trifft.
Wer verwaltet das Geld aus der Risikolebensversicherung für ein minderjähriges Kind?
Das Geld aus der Risikolebensversicherung verwaltet bis zum 18. Geburtstag der gesetzliche Vertreter, meist der überlebende Elternteil, sonst ein vom Familiengericht bestellter Vormund. Ab 15.000 Euro muss er dem Familiengericht ein Vermögensverzeichnis einreichen.
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